Die Science Story: Glanzlichter mitten im Vortrag

Simon ist Doktorand und bereitet gerade seinen Tagungs-Vortrag vor. Den Einstieg hat er nach einem Treffen mit seiner Mentorin Sarah bereits verbessert. Jetzt fragt er sich: Wie kann ich die Ergebnisse meiner Studie prägnant darstellen? Welche Details interessiert mein Publikum, und welche neuen Erkenntnisse gewinnen sie daraus? Wie gelingt die Überleitung zwischen den einzelnen Abschnitten?

Glanzlichter im Mittelteil setzen

Es geht nicht darum, alle Ergebnisse im Detail vorzustellen: Wenn alle Ergebnisse wichtig sind, ist keines davon besonders. Das Publikum wäre mit der schieren Menge an Informationen erschlagen. Der erfolgversprechende Ansatz ist hier, sich auf 2-3 interessante Aspekte zu beschränken. Diese beziehen sich auf die wichtigsten bzw. Haupt-Erkenntnisse.

So geht Sarah mit Simon folgende Fragen durch, um Klarheit über die entsprechend hervorzuhebenden Ergebnisse zu gewinnen:

  • Welchen Beitrag steuerst du bzw. dein Projekt zum bestehenden Wissen bei?
  • Welche 2-3 wichtigsten und neuesten Erkenntnisse sind für dein Forschungsprojekt relevant?
  • Wie können sich diese Erkenntnisse auf die Praxis bzw. das Allgemeinwissen auswirken?

Für einen 15-minütigen Vortrag kann Simon rund 10-12 Minuten im mittleren Abschnitt einplanen.

Weniger ist mehr: Relevanz zählt

Im Vortrag wird Simon Aspekte seines Themas präsentieren, zu denen er bereits genügend Daten und Informationen hat. Diese kann er für ein erstes Zwischenfazit auswerten. Andere Punkte kann er in wenigen Sätzen kurz erwähnen. Diese kann das Publikum bei Bedarf in der Diskussion oder in einem späteren Gespräch ansprechen.

Aus diesen Aspekten hebt Simon besonders relevante Details vor. Neue Erkenntnisse, die sich aus seiner Studie ergeben, kann er mit drei kurzen Zwischenfazits herausstellen. Er könnte sie auch in einer übergeordneten Synthese oder einer Schlussfolgerung im letzten Abschnitt seines Vortrags zusammenfassen. Beruht seine Studie auf einer Theorie, die zu beweisen ist, wäre auch ein Szenario über Weiterentwicklungen in der Praxis denkbar.

Die Ergebnisse seiner Studie könnte Simon klassisch über Fotos und Grafiken abbilden. Dazu eignen sich besonders Bilder von Menschen, Landschaften oder Versuchsanordnungen. Thesen, die sich in der Praxis noch bewähren müssen, kann Simon anhand gut durchdachter Szenarien unterstützen. Sie werden meist besonders kontrovers diskutiert. In den Naturwissenschaften bieten sich Experimente auf der Bühne oder die praktische Demonstration eines Vorgangs anhand von Requisiten (neudeutsch: Props) an. Damit dies keine reine Effekthascherei ist, muss am Ende des Versuchs ein direkter, echter Erkenntnisgewinn für das Publikum stehen.

Klare Übergänge für das Publikum schaffen

Im Vortrag baut Simon klare Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten ein, damit ihm sein Publikum besser folgen kann. Dazu eigenen sich u.a. folgende Formulierungen:

  • „Das dritte und wichtigste Ergebnis ist…“
  • „Ein entscheidender Faktor ist…“ oder
  • „In der Praxis bedeutet dies…“

Dank Sarah’s Tipps weiß Simon jetzt, dass gezielte Sprechpausen und wechselnde Positionen auf der Bühne die Struktur seines Vortrags auch akustisch und visuell unterstützen.

Für den Hauptteil der Präsentation eignen sich insbesondere drei Gliederungsarten:

  • Chronologisch: Passt zu historischen und gesellschaftspolitischen Themen. Der Redner bildet eine zeitliche Entwicklung ab und diskutiert diese. Besonders interessant sind Ereignisse, die einen Wendepunkt in der Geschichte und in der gesellschaftlichen Entwicklung bedeuten. Hier werden Ursachen und Folgen beleuchtet.
  • Räumlich: Man vergleicht geographische Räume bzw. Untersuchungsgebiete eines Projekts miteinander. Einzelne Ergebnisse (der im besten Fall 2-3 Räume) werden gegenübergestellt. Damit kann man direkte Bezüge hinsichtlich Fragestellung, Vergleich der Ursachen und raumbezogene Folgen offenlegen.
  • Argumentativ: Hier stellt der Redner Pro- und Kontra-Argumente gegenüber. Damit wird eine eingangs aufgestellte These unterstützt oder widerlegt. Auch das Abwägen von Vor- und Nachteilen eines Konzepts, einer Aktion oder eines Ergebnisses passen zu dieser Struktur.

Simon hat die wichtigsten Ergebnisse seiner Studie präsentiert. Jetzt kann er die Brücke ins Finale schlagen, indem er Konsequenzen, Schlussfolgerungen bzw. ein Fazit zieht. Wie er diesen letzten Teil seiner Präsentation aufbaut, wird er von Sarah im nächsten gemeinsamen Treffen erfahren.

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