So bist du bestens für deinen Vortrag präpariert

Ausgerechnet jetzt, wo du mitten in der Präsentation stehst, geht der Beamer kaputt! Wie kannst du deinen Vortrag retten, so dass du bei deinem Publikum in guter Erinnerung bleibst? Dazu komme ich gleich.

Bist du mit deinem Equipment vertraut? Hast du alle Eventualitäten bedacht? Bist du bestens für deinen Vortrag präpariert und ausgestattet? Dann kannst du souveräner mit Situationen wie einem kaputten Beamer, Stromausfall oder anderen unerwarteten Störungen umgehen. Einen Großteil davon kannst du bereits durch gezielte Vorbereitung umgehen.

Du kennst dein Equipment

Falls du nicht frei, sondern mit Unterstützung durch Videos, PowerPoint oder Prezi präsentierst, brauchst du natürlich das entsprechende Equipment. Bringst du deinen eigenen Laptop mit, oder überspielst du deine Präsentation auf ein Gerät des Veranstalters via USB-Stick oder Smartphone? Wenn du deine Daten auf ein anderes Gerät überspielst, dann solltest du die dort verfügbare Office-Version kennen. Bei Tagungen findest du die entsprechenden Hinweise meist auf der entsprechenden Website, ansonsten hilft nur gezieltes Nachfragen.

Unterscheiden sich die beiden Office-Versionen, dann könnten deine Folien nicht erkannt bzw. verzerrt wiedergegeben werden. So etwa, wenn du mit Breitbild (16:9) arbeitest, der andere Laptop aber nur auf die Standard-Version (4:3) angepasst ist. In dem Fall werden die Ränder der Folien links und rechts außen abgeschnitten. Die für dich passende Version kannst du im Menü „Entwurf – Foliengröße“ anpassen. Weitere detaillierte Hinweise zur passenden Foliengröße findest du im Blog von Peter Claus Lamprecht.

Fügst du Notizen im Feld unterhalb der Folie ein? Ich sehe viele, die hier ganze Absätze von Text einfügen und diese zu Beginn oder am Ende ihrer Präsentation zeigen. Was für die Vorbereitung deiner Präsentation sicher optimal ist, möchte ich als Zuhörer aber nicht sehen – da ist das gesprochene Wort viel wertvoller. Deshalb mein Tipp: Verdecke das Kommentarfeld in der letzten abgespeicherten Version, indem du die Folie in ihrer maximalen Größe darstellst.

Bleiben wir noch einen Moment beim technischen Equipment: Brauchst du Strom, ein Verlängerungskabel und eine Verbindung zwischen Laptop und Beamer? Welche Ausstattung wird dir vor Ort zur Verfügung gestellt? Falls du mit eigenem Laptop präsentierst, bringe deinen HDMI-Stecker mit, der den Laptop an der Schnittstelle zum Beamer verbindet.

In der Systemsteuerung kannst du den Laptop so einstellen, dass er nicht schon nach wenigen Minuten in den Ruhemodus wechselt. Das kannst du über die Funktionen „Systemsteuerung – Hardware und Sound – Energieoptionen – Energiesparplaneinstellungen bearbeiten“ anpassen. Gerade wenn du kein Technikfreak bist, kommst du am besten mehr als rechtzeitig zur Veranstaltung. So bleibt dir genug Zeit, alle technischen Details zu überprüfen und so einzustellen, dass es im Vortrag möglichst keine unnötigen Unterbrechungen gibt.

Dein Plan B

Der Strom fällt aus, das Lämpchen im Projektor platzt oder der Beamer geht kaputt: Alles schon dagewesen. Meisterst du auch diese Situation souverän?

Idealerweise ist der Akku deines Laptops aufgeladen, so dass du die Folien sehen kannst und ansonsten frei präsentierst. Vor kleinen Gruppen kannst du manche Abbildungen und Grafiken zeigen, wenn du deinen Laptop vor dir hältst – natürlich nur an ausgewählten Stellen, da sonst deine Bewegungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt wären. Nutzt du den Laptop des Veranstalters (der jetzt nicht mehr funktioniert), dann hast du deinen eigenen als Backup dabei. Besser noch: du hast die Folien ausgedruckt vor dir liegen und kannst jetzt darauf zurückgreifen. Am besten bereitest du dich immer so vor, dass du bei Bedarf auch ganz ohne Hilfsmittel vortragen kannst.

Kennst du den Raum, in dem du präsentierst?

Ganz gleich ob Tagung, Vorlesung oder Seminar: Sehe dir den Raum, in dem du präsentierst, möglichst schon im Voraus an, um dir ein Bild zu machen, wo und wie du optimal präsentierst. Mit wie vielen Menschen kannst du in der Veranstaltung rechnen? Wie ist die Anordnung der Sitzplätze: Hörsaal, Tische in U-Form oder Stuhlkreis? Wie ist die optimale Beleuchtung? Wo sind Beamer und Projektionsfläche für deine Präsentation platziert – und in welchem Bereich kannst du dich am besten bewegen?

Überlege dir auch, wie viel Nähe du zwischen dir und deinem Publikum zulässt: In klassischen Hörsälen wird der Abstand durch große Tische, das Pult, den (mobilen) Beamer oder sogar noch ein Overhead-Projektor unnötig vergrößert. Bedenke, dass du viel direkter und persönlicher mit deinem Publikum kommunizierst, je näher du ihm auch physisch bist. Als Vortragender hast du nichts zu verstecken und kannst außerdem zusätzliches Vertrauen schaffen. Sorge dafür, dass du so viel Nähe wie möglich schaffst.

In großen Räumen mit entsprechendem Publikum ist der Einsatz von Headsets und Mikrofonen üblich. Mit einem Akustiktest im Vorfeld – idealerweise abgestimmt mit dem Technikteam – kannst du dir folgende Fragen beantworten:

  • In welcher Position von Headset/Mikrofon ist die Resonanz im Raum optimal?
  • Sitzt das Headset optimal und stabil, ohne zu verrutschen?
  • Wo schalte ich Headset/Mikrofon an und aus?

          

Kommt das Headset zum Einsatz, ist die optimale Position etwas seitlich vom Mund, damit dein Gesicht nicht verdeckt wird. Es sollte noch so nah am Mund sein, dass deine Stimme deutlich verständlich ist, aber weit genug entfernt, dass nicht jedes Geräusch wie etwa Ein- und Ausatmen übermäßig betont wird. Wenn du lange Haare hast oder Schmuck wie etwa lange Ohrringe trägst, dann achte schon im Test darauf, dass es keine unnötigen Nebengeräusche gibt. Auch das Kabel sollte nicht unbequem ziehen.

Beim Mikrofon probierst du ebenfalls die optimale Position im Voraus aus. So vermeidest du den Fehler, der vielen Rednern ohne Vorbereitung passiert: Sie halten das Mikro zu weit vom Mund entfernt, so dass ihre Stimme kaum deutlicher ist als ohne Mikro, oder sie halten es so nah am Mund, dass es unbequem zischt. Ist deine nonverbale Kommunikation besonders ausgeprägt, dann achte umso mehr darauf, dass du das Mikro beim Sprechen möglichst zwischen Kinn und Mund hältst.

Je besser du vorbereitet bist, umso souveräner kannst du mit allen Eventualitäten umgehen, und umso besser wird auch deine Präsentation. Welche Erfahrungen hast du bereits gemacht? Das diskutiere ich gern mit dir in diesem Blog. Viel Erfolg mit deinen Präsentationen!

Wie du spontan präsentierst

Du sitzt im Seminar und wirst plötzlich direkt vom Referenten angesprochen: „Wie ist Ihre Meinung dazu?“ Dir bleibt keine Zeit, lange nachzudenken. Wie reagierst du jetzt? Hast du eine passende Antwort parat?

Zugegeben, diese Situation kommt im Vortrag selten vor, im Seminar ist eine solch direkte Frage auch nicht alltäglich. Schon häufiger kommst du im Smalltalk oder im Gespräch mit anderen Kollegen in diese Situation. Üblich ist es hingegen während oder nach einer Präsentation, in der du selbst vor Publikum sprichst. Wenn du doch jetzt nur spontan und schlagfertig antworten könntest! Was kannst du dafür tun?

Auf jede Situationen kannst du dich anders vorbereiten. Am einfachsten geht das auf Fragen zu deinem Thema, wenn du selbst vorträgst, oder wenn du etwas über dich selbst erzählen sollst. Weiterlesen

Wie deine Poster-Präsentation gelingt

Poster-Präsentationen sind seit den 1960er-Jahren fester Bestandteil von Wissenschafts-Tagungen (Rowe, 2017). Google spuckt 1,81 Millionen Tipps aus, wie du Poster visuell und inhaltlich gestalten kannst. Aber wie präsentierst du dich selbst während der Poster-Session? Womit findest du maximale Aufmerksamkeit? Wie positionierst du dich als Experte deines Fachs? Die Online-Tipps dazu sind bisher – nun ja, sehr bescheiden. Dieser Blogbeitrag soll das ändern. Weiterlesen

Stories machen Wissenschaft wieder spannend

Stell dir vor, es ist Wissenschaft und keiner geht hin. Das hab‘ ich während meiner Zeit als Student und Forscher immer wieder erlebt. Es gibt Tagungs-Sessions, in denen ganze drei Leute im Publikum sitzen, um einem höchstens mittelprächtigen Vortrag zu lauschen. Nur drei, weil das Thema extrem speziell ist und weil in vielen Vorträgen ganz brav viele Zahlen, Daten und Fakten herunter gebetet werden.

Als Studenten lernen wir viel zweifellos interessanten Stoff – sonst hätten wir uns nicht für ein bestimmtes Fach entschieden. Die meisten Professoren machen sich zu wenig Gedanken darüber, wie sie uns diesen Stoff vermitteln. Kein Wunder beim alltäglichen Arbeitsdruck mit Publikationen, Projektanträgen und dem alltäglichen Verwaltungskram. Da ist die ungeliebte Lehre nur das fünfte Rad am Wagen. Wer aber nie gelernt hat, anständig zu präsentieren, bekommt es höchstens noch als Naturtalent hin, den Stoff spannend, lehrreich und gleichzeitig unterhaltsam zu vermitteln. Das kommt leider viel zu selten vor. Weiterlesen

Klimawandel verändert den Präsentations-Stil

Kulturelle Entwicklung beruht auf Faktoren wie Sprache, Klima und Umwelt. Wie wir kommunizieren, können wir etwa am Klima, in dem wir leben, erkennen. Ist es kalt, beschränken wir unsere Unterhaltung auf ein Minimum – diese ist eher kurz und zielgerichtet, und wir wirken mitunter zugeknöpft. Weiterlesen

Souveränes Ende mit anregender Diskussion

Simon bereitet den letzten Abschnitt seiner wissenschaftlichen Präsentation vor. Er möchte einen klaren Schlusspunkt setzen, indem er neue Erkenntnisse darstellt, ein klares Fazit zieht und angeregt mit seinem Publikum diskutiert. Er wird wie schon im Anfangs- und Mittelteil seiner Präsentation von seiner Mentorin Sarah begleitet, die aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpfen kann und Simon wertvolle Hinweise für seinen Vortrag gibt. Weiterlesen

Die Science Story: Glanzlichter mitten im Vortrag

Simon ist Doktorand und bereitet gerade seinen Tagungs-Vortrag vor. Den Einstieg hat er nach einem Treffen mit seiner Mentorin Sarah bereits verbessert. Jetzt fragt er sich: Wie kann ich die Ergebnisse meiner Studie prägnant darstellen? Welche Details interessiert mein Publikum, und welche neuen Erkenntnisse gewinnt es daraus? Wie gelingt die Überleitung zwischen den einzelnen Abschnitten? Weiterlesen

Der erste Satz gehört dir!

Sarah und Simon haben sich auf einer wissenschaftlichen Tagung kennengelernt. Sarah arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Migration und interkulturelle Kommunikation, Simon ist Doktorand. Beide treffen sich zwei Wochen nach der Tagung wieder: Sarah unterstützt Simon in der Vorbereitung seiner Präsentation für die nächste Fachkonferenz. Sie besprechen den Entwurf und Simon probt seinen Vortrag. Er steigt mit dem Satz „Sehr geehrte Damen und Herren…” ein. Weiterlesen

Darf Forschung Emotionen wecken? Und wenn ja, was hat mein Publikum davon?

Sarah’s Vortrag war verständlich und unterhaltsam, in der Diskussion hat sie neue Ideen und Einsichten gewonnen. In der Kaffeepause wird sie von anderen Menschen angesprochen, die mehr über ihr Projekt erfahren wollen. Simon ist als Doktorand auf der Fachtagung und hat dem Vortrag interessiert zugehört. Er fragt nach, wie Sarah ihre so gut gelungene Präsentation vorbereitet hat. Weiterlesen

Studien und Forschungsergebnisse mit Pecha Kucha präsentieren

Pecha Kucha ist ein besonderes Format für Präsentationen, welches 2003 in Japan von den Architekten Astrid Klein und Mark Dytham entwickelt wurde. Beim Pecha Kucha (sprich: „petschaktscha“, japanisch für „wirres Geplauder, Stimmengewirr“, welches zustande kommt, wenn viele Menschen gleichzeitig reden) setzt du genau 20 Folien ein, die du in jeweils 20 Sekunden präsentierst. So dauert jeder Vortrag exakt 400 Sekunden bzw. 6:40 Minuten. Weiterlesen