Interkulturell erfolgreich präsentieren

Hältst du englischsprachige Vorträge auf internationaler Ebene? Schneidest du deine Präsentation auf ein interkulturell geprägtes Publikum zu? Bist du bereit, den nächsten Schritt für noch professionellere Vorträge zu gehen?

 

Verbinde dich mit deinem Publikum

Die Denkweise der Deutschen ist traditionell sehr präzise, und das drückt sich in einem geschliffenen Sprachstil aus. Die stark funktionale Sprache ist den zahlreichen Kriegen und den darauf folgenden Wiederaufbauleistungen geschuldet. Die UN-Dolmetscherin und Autorin Susanne Kilian führt dies auf die zentrale geografische Lage Deutschlands in Europa zurück. So beinhalten die meisten Vorträge bis heute zahlreiche Fachbegriffe, mit denen technische Konzepte vorgestellt und bis in kleinste Details hinein dargestellt werden.

In anderen Kulturen und deren Sprachen wird dagegen viel mehr auf den Kontext des Gesagten geachtet: So schenken asiatische und lateinamerikanische Kulturen der nonverbalen Kommunikation vergleichsweise mehr Beachtung. Speziell Mimik und Gestik werden in Kontext zum Inhalt gesetzt. Am anderen Ende des Spektrums stehen Menschen aus den USA und Kanada, Australien und den Niederlanden. Hier fasst man sich kurz, kommt schnell auf den Punkt und fasst technische Details ggf. in einem Handout zusammen. In Vorträgen liegt der Fokus klar auf praktischen Aspekten: Wie funktioniert mein Produkt? Welchen Nutzen habe ich davon? Und besonders wichtig: Welche Vision teile ich in meinem Vortrag? Kilian schreibt, dass Vorträge ohne Visionen für Amerikaner schon als schmerzhaft empfunden werden.

 

Dein interkulturelles Publikum

Gegenüber den 372 Millionen Englisch-Muttersprachlern gibt es weltweit mehr als eine Milliarde Menschen, die Englisch als zweite Sprache nutzen (Zahlen laut World Economic Forum). Sie sind auf internationalen Tagungen (außerhalb der englischsprachigen Länder) meist in der klaren Mehrheit. Interkulturelle Verständigung wird so zur echten Herausforderung: Je nach sprachlichem Hintergrund variieren Betonung, Tempo und Satzbau. Das „Denglisch“-Kauderwelsch der Deutschen mutet hier genauso eigenartig an wie der Englisch-Akzent aus anderen Ländern. Dazu kommt, dass Englisch-Muttersprachler wie Amerikaner und Briten besonders schnell sprechen. Die Weltsprache Englisch ist letztlich auch stark kulturell geprägt.

Für dich als Redner ist entscheidend, dass dein Publikum dich schnell versteht: Im Zweifel nutzt du vereinfachtes Englisch mit gängigen Worten und Formulierungen. Fachbegriffe reduzierst du auf ein Minimum. Kurze Sätze und betonte Pausen geben deinem Publikum Zeit, das Gesagte zu reflektieren. Bleibt es im Vortrag aufmerksam? Schauen die Menschen dich an, oder sind sie abgelenkt? Im Zweifel kannst du kurze Rückfragen einstreuen und so dein Publikum aktiv einbinden: „Wer von Ihnen hat vor schon vor der gleichen Herausforderung gestanden?“ So wird dein Vortrag interaktiv, damit schaffst du eine gemeinsame Ebene der Kommunikation.

Wenn du in einem anderen Land vorträgst, kannst du im Vorfeld auf folgende Aspekte achten:

  • Wertesystem: Was ist in der Gastgeber-Kultur wichtig? Welche Werte sind für das einheimische Publikum von Bedeutung?
  • Machthierarchie: Zu welchen Menschen sprichst du? Steht dein Publikum im Hierarchie-System auf einer Stufe mit dir? Sprichst du zur Führungsebene?
  • Offenheit: Teilst du auch persönliche Erfahrungen und Erfolgsgeschichten, die für dein Vortragsthema relevant sind?

Was immer gut ankommt: Wenn du einige Sätze in der Landessprache vorträgst oder auf landesspezifische Aspekte Bezug nimmst. Aber Achtung: Problematische Themen aus Politik und Religion sprichst du besser nicht an!

 

Gesten werden kulturspezifisch interpretiert

Menschen aus kontextreichen Kulturen wie etwa in Japan, China, Korea und Indonesien achten besonders auf nonverbale Signale: Ist der Redner seinem Publikum zugewandt? Strahlt er wir fachliche Autorität aus? Passen Inhalt und Körpersprache zueinander? Steht der Redner hinter dem, was er sagt? Natürlich sind diese Aspekte weltweit von Bedeutung. Sie haben in anderen Kulturkreisen aber meist mehr Gewicht als in Deutschland. Halten wir uns in den USA, Australien oder Kanada auf, dann erwartet unser Publikum, dass wir Klartext sprechen.

Kulturell bedingte Unterschiede werden noch deutlicher, wenn wir auf unsere Gestik achten. Gerade hier besteht ein besonders hohes Potenzial für kulturelle Ausrutscher. Damit es erst gar nicht zu Missverständnissen kommt, sollten wir unsere Finger bei uns behalten. Dies betont Gayle Cotton in ihrem Buch „Say anything to anyone, anywhere. 5 keys to successful cross-cultural communication.”

Demnach wird die „Daumen hoch!”-Geste zwar in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Ungarn positiv interpretiert: „Super! Das hast Du gut gemacht!“. Entsprechend habe ich diese Geste während eines Projekts in Ecuador gezeigt, um meinen Kollegen positives Feedback zu geben. Diese haben mich seinerzeit jedoch irritiert angeschaut, weil sie „Daumen hoch!“ nur als vulgäre Geste kennen. Entsprechend vorsichtig bin ich damit während meiner späteren Arbeiten in Australien und einem Aufenthalt im Iran umgegangen, wo diese Geste ebenfalls sehr negativ interpretiert wird.

Ähnlich verhält es sich mit der „Victory!”-Geste, die im Irak, Iran und den USA die uns bekannte positive Bedeutung hat. Allerdings wird sie in Teilen von Australien, Neuseeland, Südafrika, Großbritannien und Irland ähnlich interpretiert wie der ausgestreckte Mittelfinger in Deutschland.

     

Ich saß im Publikum, als ein erfahrener Redner während seiner Präsentation mit seinem Zeigefinger direkt auf den Kopf einer Zuhörerin gezeigt hat. Für diese besonders rüde Geste hat er sich später persönlich entschuldigt. Meine afrikanischen Kollegen haben kürzlich darauf hingewiesen, dass sie mit ihrem Zeigefinger höchstens auf tote Objekte zeigen, nie auf Lebewesen und insbesondere nicht auf Menschen.

Möchten wir also jemanden explizit ansprechen, können wir alternativ die offene Handfläche mit geschlossenen Fingern nutzen.

    

Also Vorsicht vor vermeintlich eindeutigen Gesten. Hier sind kulturelle Unterschiede und die entsprechende Interpretation für die nonverbale Kommunikation sehr ausgeprägt.

 

Aspekte besonders gelungener Präsentationen

Was macht jetzt den Unterschied zwischen einer guten und einer überragenden Präsentation aus?

Die besten Redner fesseln ihr Publikum von der ersten Minute an und lassen es bis zum Schluss nicht mehr los. In ihren gut strukturierten Reden streuen sie kurze, zum Thema passende Geschichten und Anekdoten mit teils überraschenden Wendungen ein. Sie bringen letztlich neue Einsichten und damit einen Mehrwert für das Publikum. Je nach Situation lösen professionelle Redner Spannungen mit Humor, teils sogar durch kurz aufeinanderfolgende Humoreinlagen. Aber Vorsicht: Gerade auch im internationalen Business-Kontext geht es meist sehr seriöser zu; hier kannst du mit zu vielen Humoreinlagen schnell Autorität und Respekt verspielen.

Die besten Redner stellen komplexe Sachverhalte einfach verständlich dar und kommunizieren auf den Punkt. Sie fokussieren sich auf wesentliche Inhalte und lassen alles Überflüssige weg. Da die kontextreichen Kulturen – und das sind im Vergleich zu Deutschland fast alle Kulturen außerhalb der englischsprachigen Länder – viel „zwischen den Zeilen“ lesen, brauchst du deine Information nicht zu wiederholen. Deine Botschaft ist in den meisten Fällen bereits angekommen.

Eine weitere Stärke der besten Redner ist, dass sie mit ihren Inhalten realitätsnahe Bilder in den Köpfen der Zuhörer erzeugen. In Vorträgen, die länger als 10 Minuten dauern, variieren sie ihren Präsentationsstil: Du kannst gut sichtbare Gegenstände einsetzen und mit diesen Requisiten (Props) die Inhalte ihres Vortrags lebensnah veranschaulichen. So setzt der Kommunikations- und Sound-Experte Julian Treasure in seinem TED Talk diverse Töne bzw. „Soundbites“ ein und animiert sein Publikum zum Mitmachen. Ein so engagiertes Publikum wird sicher nicht durch Status-Nachrichten auf dem Smartphone abgelenkt. Alternativ kannst du auch kurze Videos einsetzen, kurze Diskussionen mit dem Publikum führen oder auch Menschen aus dem Publikum auf die Bühne bitten. So sorgst du für Abwechslung und neue Aufmerksamkeit.

Nicht zuletzt respektierst du als professioneller Redner die Zeit deines Publikums. Statt in Endlos-Schleifen zu reden, beendest du deine Präsentation spätestens in der im Programm angekündigten Zeit. So ist dein Weg zu einer erfolgreichen Präsentation vor interkulturell besetztem Publikum frei.

Untypische Orte für Präsentationen

Was machen 18 Studenten, drei Betreuer und zwei Organisatoren aus elf Ländern und vier Kontinenten, wenn sie innerhalb von neun Tagen die Wassernutzung im Iran vor Ort kennenlernen? Klare Antwort: Sie präsentieren ihr selbst erarbeitetes Wissen untereinander und holen sich die Praxiserfahrung einheimischer Experten hinzu. Mit ihnen diskutieren sie wissenschaftliche Fakten und die Umsetzung in der Praxis und tauschen offene Fragen zu historischer und aktueller Wasserwirtschaft, Wüstenbildung und Energienutzung im Iran aus. Für die praktische Anschauung vor Ort chartern sie einen sympathischen einheimischen Busfahrer, der sie zuverlässig 1 200 Kilometer durch Dörfer und Metropolen, die trockene Steppe und zu Salzseen lenkt. Eine Herausforderung, die alle gern annehmen.

Kurz: Eine spannende, unterhaltsame und lehrreiche Reise von Teheran über Qom und Kashan nach Yazd, die ich im März 2018 selbst mitmache. Die Exkursion weitet unseren Blick auf diese reichhaltige persische Kultur, fegt viele aus den Medien vermittelte Vorurteile über die Menschen im Iran weg und fördert nicht zuletzt den interkulturellen und persönlichen Austausch.

 

PowerPoint in Teheran

Zehn Stunden nach unserer nächtlichen Ankunft in Teheran sitzen wir im Seminarraum der Shahid Beheshti University. Wir lauschen drei Referenten, die uns in die aktuelle Situation zur Wassernutzung im Iran einführen. In zwei klassischen PowerPoint-Präsentationen kleben sie teils an durchaus textlastigen Folien mit klassischen Spiegelstrichen, teils sehen wir beeindruckende Fotos und hören auf den Punkt gebrachte hintergründige Fakten zur aktuellen Entwicklung. In der Diskussion gehen beide Referenten auf unsere Fragen ein. Hier rücken die Folien meist in den Hintergrund, zugunsten der direkten Interaktion mit uns Teilnehmern.

Besonders positiv aus dem Rahmen fällt Kamran Emami, Eigentümer und Consultant der Kurit Kara Engineers: „Hallo, willkommen, and that’s the only word I know“. Er bittet alle Teilnehmer um eine kurze persönliche Vorstellung: hier werden Gemeinsamkeiten und persönliche Interessen aller sichtbar, auf die er im Laufe seines sehr anregenden Vortrags immer wieder eingehen kann. Statt dem gefürchteten Frontalunterricht steht er mittendrin, ist „einer von uns“, und wirkt mit seinem engagierten Vortragsstil und passender Kleidung als authentischer Fachexperte. Er brennt für sein Thema, sein Enthusiasmus lässt mich nicht mehr los: Mit einer Mischung aus Vortrag und Workshop zum „Lateral thinking“ nach Edward de Bono zeigt Emami uns kreative Ansätze, wie wir mit unkonventionellem Denken neue Möglichkeiten zur Lösung der Wasserkrise finden können. Zwei weitere Kernbotschaften: Fachwissen alleine reiche im 21. Jahrhundert nicht mehr aus, stattdessen gewinnen Ethik und Kreativität an Gewicht und sind heutzutage gleichwertig. Nicht zuletzt sei Phantasie wichtiger als Wissen, frei nach Albert Einstein.

Emami fasst jeden Abschnitt seines Seminars nochmals kurz zusammen und hilft uns so, „das große Ganze“ im Blick zu haben. Eine gesunde Mischung aus Vortrag und Diskussion, kurzen Filmabschnitten und Mikro-Workshops mit kurzen Übungen. Eine der qualitativ hochwertigsten Präsentationen, die ich bis dato erleben durfte: Danke, merci, تشکر Kamran Emami!

Aber ich lenke ab: Fanden diese Vorträge noch in der klassischen Hörsaal- bzw. Seminarraum-Umgebung statt, fahren wir nun aus Teheran heraus. Während der meist langen Bustouren mit mehr oder weniger langen Pausen können unsere Studenten jetzt die vorab erarbeiteten Themen präsentieren.

 

Busfahrt mit Smartphone-Präsentationen

In meinen Trainings gebe ich den Teilnehmern meist Feedback zu Aspekten wie Aufbau und Inhalt des Vortrags, Sprachstil und Storytelling, Kontakt zum Publikum und natürlich zur Performance auf der Bühne. Dazu kommen häufig Nachfragen zu Inhalt und Gestaltung von PowerPoint-Folien oder zum Einsatz von Flipchart und Requisiten bzw. „Props“. Während einer Busfahrt stehen dagegen ganz andere Aspekte im Vordergrund, die für eine gelungene Präsentation wichtiger werden.

Die klassische Bühne fällt im Bus aus. Was bleibt, ist der schmale Mittelgang, der Elemente wie aktive Körpersprache und Präsentationen mit Props stark einschränkt. Dazu kommt die Bewegung während der Fahrt. Verständlicherweise bevorzugen es manche Studenten, im Sitzen zu präsentieren. Bei manchen hören wir nur die Stimme, während sich andere wiederum aufrichten und im Sitzen zu den hinteren Busreihen sprechen. Wieder andere stehen einigermaßen stabil im Mittelgang, das Mikrofon in der einen Hand, während sie sich mit der anderen Hand am Sitz festhalten. Kriterien wie Körpersprache und Bühnen-Performance lassen sich hier nur bedingt bewerten.

Stimme und Sprachstil gewinnen dagegen an Gewicht. Die meisten Teilnehmer halten das Mikrofon in der richtigen Entfernung, während einige wenige so nah am Mikrofon sprechen, dass die Stimme verzerrt, laut und meist unverständlich ist. Andere halten es zu weit weg und sind stellenweise kaum hörbar. Ohne Rückmeldung ist es dagegen nicht ganz einfach, den passenden Abstand selbst herauszufinden – umso besser, dass unsere sehr aufmerksame Gruppe sich untereinander hilft.

Nicht einfacher wird die Präsentation, wenn das Mikrofon in der einen und das Smartphone in der anderen Hand gehalten werden, um die eigenen Notizen abzurufen. Einige Studenten teilen ihre Unterlagen über Bluetooth mit der ganzen Gruppe, so dass wir nicht nur dem Vortragenden zuhören, sondern auch die Folien dazu sehen können. Die hier abgebildeten Karten helfen uns zur Orientierung, während großflächige Fotos neue visuelle Eindrücke vermitteln und uns helfen, Inhalte einfacher nachzuvollziehen.

 

Vom ZDF zu lebendigen Geschichten

Jede Rede will gut vorbereitet sein. Je mehr Zeit wir im Vorfeld investieren, umso mehr können wir uns Inhalte erarbeiten, Theorie und Praxis miteinander verbinden und an den passenden Stellen unsere eigenen Erfahrungen einbringen. In der Praxis sterben noch zu viele Zuhörer den berüchtigten „Tod durch PowerPoint“, weil Präsentationen oft lieblos zusammengewürfelt werden oder die Zuhörer-Perspektive erst gar nicht beachtet wird.

Generell bleibt den heutigen Studenten „dank“ immer engerer Studienpläne meist nur wenig Zeit, sich außerhalb von Bachelor- und Master-Arbeiten intensiver mit einzelnen Themen auseinanderzusetzen. Unsere sehr gut vorbereitete Exkursion treten einige der Studenten unmittelbar nach einer wichtigen Prüfung an. Für manche bleibt nur wenig Zeit, ihren Vortrag vorzubereiten. So hören wir in einigen wenigen Vorträgen nur eine Auflistung mehrerer eigentlich interessanter Zahlen. Leider gehen solche Informationen schnell verloren: Die klassische ZDF-Methode mit „Zahlen, Daten, Fakten“ verfehlt ihr Ziel und bleibt wirkungslos.

Die meisten Studenten erklären Zusammenhänge, finden Querverbindungen zwischen Teildisziplinen der Wassernutzung und anderen Themen. Das macht es uns einfach, Inhalte nachzuvollziehen. Ihre Zahlen, Daten und Fakten erzählen Geschichten: In welchem Verhältnis stehen Bewässerungs- und Versickerungsmenge zum aktuellen oder saisonalen Niederschlag? Gibt es Vergleichswerte in anderen Trockenregionen, und wie bewerten wir diese Größen? Welche langfristige Entwicklung, welche Trends sehen wir, wenn es um die Dimensionen künftiger Staudämme geht? Und welche Erfahrungswerte kennen wir aus anderen Studien, wie wurden diese von den jeweiligen Autoren bewertet?

Das schlägt sich in den folgenden Diskussionen nieder: Auf ZDF-Präsentationen folgen meist Verständnisfragen, während andere Präsentationen auch tiefergehende Diskussionen nach sich ziehen. Für die Diskussion sind die typischen Sitzreihen im Bus nicht optimal. Rückfragen des Publikums kann nicht jeder hören, so dass ich als Vortragender auf den Fragenden zugehe, mir seine Frage anhöre und danach über Mikrofon wiederhole. So binde ich alle in die Diskussion mit ein.

 

Reden in der Landschaft

Daneben gibt es einige Studenten und manche eingeladenen Fachleute aus dem Iran, die ihr Thema während einer der vielen Zwischenstationen direkt am Anschauungsobjekt mitten in der Landschaft präsentieren. So erfahren wir mehr über großflächige Pistazienfarmen, Salzkrusten und Salzgewinnung und – kombiniert in Natur und Museum – über Qanats, unterirdische Kanäle zur Bewässerung sowie über Kühlungssysteme im Hausbau.

Gerade hier beziehen sich die Vortragenden auf eigene Praxiserfahrungen und diskutieren angeregt in der Gruppe darüber. Anders als im geschützten Hörsaal sind Präsentationen im Freien nicht immer gut hörbar, abhängig von Wind bzw. Windrichtung und Nebengeräuschen wie Verkehr und Industrie.

Ein schöner Abschluss ist unser Lagerfeuer. Vor unserer Rückfahrt nach Teheran sitzen wir noch einmal zusammen und lassen die Exkursion mit so zahlreichen Erlebnissen Revue passieren. Dieser ganz eigenen Stimmung kann sich kaum ein Teilnehmer entziehen. Hier treten die ZDF-Inhalte in den Schatten, werden die Nacht kürzer und die persönlichen Geschichten länger. Storytelling at its best!

Wenn ein Vortrag richtig gut ist

Eine Quelle guter und häufig auch inspirierender Vorträge sind sicher die TED Talks und deren Ableger, die weltweit stattfindenden TEDx Talks. Eine der Reden, die mich in den letzten Jahren begeistert hat, ist der Vortrag „How great leaders inspire action“ von Simon Sinek. Wir können gern diskutieren, ob ein solch technisch orientierter Vortrag, der auch einige offensichtliche Schwächen zeigt, nicht noch besser gehalten werden kann. So gibt es nur wenige Lacher im Publikum, der Augenkontakt zwischen Redner und Publikum ist nicht optimal und der Redner fasst sich häufig an die Brille (genau 22-mal) – um nur drei Beispiele zu nennen.

Dennoch: Warum ist sein TEDx-Talk von 2009 der am dritthäufigsten gesehene von mehr als 2 600 TED Talks weltweit? Warum wurde sein Vortrag, den er live vor gerade einmal 50 Zuhörern gehalten hat, bis heute mehr als 37 Millionen Mal auf ted.com und gut 12 Millionen Mal auf YouTube angeklickt? Was hat Simon Sinek also richtig gemacht?

Konkret fallen drei Stärken auf, die er durchweg in seinem Vortrag einbringt:

  1. Seine Präsentation hat eine klare Struktur – die Themen spricht er direkt an, und er bezieht sich im Vortrag immer wieder unmittelbar auf sein Hauptthema.
  2. Sinek bringt sehr starke, bedeutende Aussagen in den Vortrag – und wiederholt diese mehrfach. Entsprechend klar ist sein Sprachstil.
  3. Er beherrscht die Kunst des Storytelling, indem er drei Hauptgeschichten sehr bildhaft nacherzählt.

Wie sehen die Stärken im Detail aus? Welche Inhalte stecken hinter der Struktur, den Aussagen und den Geschichten, die Sinek im Vortrag nutzt?

 

Aufbau und Struktur des Vortrags

Sinek nimmt von Beginn an direkten Kontakt mit seinem Publikum auf. Das geschieht weniger durch seinen Blickkontakt als vielmehr mit einer direkten Frage, die er zudem in einer zweiten Frage formuliert und somit vertieft. Dann folgt schon die konkret darauf bezogene Frage “Why is Apple so innovative?” Und so geht es weiter mit entsprechenden Fragen, was Martin Luther King und die Wright Brothers anders als andere gemacht haben – warum sie letztlich erfolgreich waren.

Mit diesen drei Beispielen steckt Sinek bereits von Beginn an die Themen ab, auf die er sich im Verlauf seines Vortrags immer wieder bezieht. Damit bringt er von Anfang an eine klare Struktur ein.

Erst danach bringt er sich selbst ins Spiel: “About three years ago I made a discovery.” Er baut Spannung auf, weckt die Neugierde der Zuhörer, was jetzt wohl gleich kommt. Das verstärkt er noch mit der kurz darauf folgenden Aussage “Here is the best part!”

Damit führt Sinek sein Publikum direkt zum Hauptteil seiner Präsentation: “The Golden Circle”, welches er auf dem Flipchart visualisiert. Schlicht und einfach, ohne überflüssige Schnörkel verständlich erklärt: “Why – How – What”. An der Stelle greift er wieder die eingangs gebrachten Beispiele Apple, die Wright Brothers und Martin Luther King auf.

Mit Fragen und weiteren Beispielen bildet er Übergänge: “Now let me give you an example of the law of diffusion of innovation.”

Die klare Struktur hält Sinek bis zum Schluss seiner Rede durch. Er endet mit zwei aussagekräftigen Äußerungen und einem sehr kurzen Schluss: “Thank you very much!”

 

Klare Hauptaussagen und ein Sprachstil, der sich einprägt

Sowohl in der Wissenschaft als auch in der Business-Welt gibt es bis heute unzählige Vorträge, denen der rote Faden fehlt. Dazu kommt, dass die Botschaft des Redners verschwommen bleibt, ja sogar dem Redner selbst nicht immer klar zu sein scheint. Gute Reden leben dagegen von klaren, eingängigen Botschaften. Sinek steigt damit schon frühzeitig ein, als er inspirierende Führungspersönlichkeiten von anderen unterscheidet: “They all think, act and communicate in the exact same way, and it’s the complete opposite to everyone else.” Er zeigt, dass das dahinter stehende Muster “probably the world’s simplest idea” ist, und zeichnet dann den von ihm so genannten „Golden Circle” auf Flipchart: Ein einfaches Muster, eingängig und leicht verständlich.

Schon kurz darauf folgt eine weitere Hauptaussage: “People don’t buy what you do they buy why you do it. ” Dies wiederholt er im Lauf des Vortrags noch fünfmal. Man kann darüber streiten, ob das nicht zu viel des Guten ist. Mir hat sich dieser Satz jedenfalls so gut eingeprägt, dass ich ihn im Schlaf aufsagen könnte. Damit hat Sinek ein wichtiges Ziel guter Reden erreicht: Dass seine Botschaften hängen bleiben – auch noch lange nach dem Vortrag.

Es kommen weitere einprägsame Aussagen dazu: “The goal is not to do business with everybody who needs what you have. The goal is to do business with people who believe what you believe.” Sinek variiert diesen Satz mit “…if you hire people who believe what you believe, they work for you with blood and sweat and tears.” und so: “And if you talk about what you believe, you will attract those who believe what you believe.”

Zum Ende seines Vortrags bringt Sinek zwei wiederum besonders wirksame Aussagen ein, die all das vorangegangene auf den Punkt zusammenfassen: “Leaders hold a position of power, or authority. But those who lead inspire us…and it’s those who start with WHY that have the ability to inspire those around them or find others who inspire them.”

Natürlich sind es nicht die Worte allein, die eine starke Wirkung entfalten, sondern auch die richtige Betonung und das passende Tempo. Tatsächlich redet Sinek stellenweise recht schnell. Er setzt zwar Pausen zwischen den einzelnen Abschnitten des Vortrags, diese sind aber recht kurz. Es wirkt beinahe so, als wolle er in der begrenzten Zeit möglichst viele Inhalte unterbringen. Abgesehen davon: Seine Worte sind mit Bedacht gewählt, was auf eine sehr gute Vorbereitung seines Vortrags schließen lässt.

 

Storytelling: Geschichten mitten aus dem Leben

Ganz gleich ob in der Wissenschaft oder im Business: Vorträge leben von kurzweiligen Geschichten. Trockene Vorträge, die ausschließlich auf Zahlen – Daten – Fakten basieren, werden schneller abgehakt und vergessen als Präsentationen, die auch persönliche Erlebnisse oder lebendig nacherzählte Geschichten einbinden. Den Erfolg von Apple erzählt Sinek hier anhand seines „Golden Circle“ nach: Schlechte Marketing-Botschaften durchschnittlicher Unternehmen stellen das „Was“ und das „Wie“ in den Vordergrund. In der realen Apple-Botschaft steht dagegen das „Warum“ im Vordergrund. Vom “Here is how Apple actually communicates…” erzählt Sinek ganz plastisch weiter: “These are the people who stood in the line for six hours to buy an iPhone…” und “The reason that person bought the iPhone in the first six hours was because they believed…they were first.”

Nicht weniger bildhaft nacherzählt ist die Geschichte der Wright Brothers, weshalb ich hier mehr Details bringe. Zunächst bindet Sinek mit Samuel Pierpont Langley einen Gegenspieler ein, dann bildet er die Kulisse, vor der die Szene Anfang des 20. Jahrhunderts spielt: “The pursuit of powered man flight was like the dotcom of the day – everybody was trying it.” Ein schöner, gut nachvollziehbarer Vergleich des technischen Fortschritts damals und heute.

Sinek verdeutlicht auch Gegensätze. So charakterisiert er Langley mit den Worten “…money was no problem…”, “…he was extremely well connected, he knew all the big minds of the day…”, und die Wright Brothers: “…they had none of what we consider the recipe of success: They had no money, they paid for their dream with the proceeds of their bicycle shop…”.

Dann löst er die Situation auf: “The difference was: Orville and Wilbur were driven by a cause, by a purpose, by a belief. They believed that if they could figure out this flying machine, it’ll change the course of the world. Samuel Pierpont Langley was different: He wanted to be rich, and he wanted to be famous. He wasn’t pursued of the result, he wasn’t pursued of the riches…[he] just worked for the paycheck.”

Das Ende der Geschichte: “And eventually, in December 17 1903, the Wright Brothers took flight…and for the proof that Langley was motivated by the wrong thing: The day the Wright Brothers took flight – he quit…he wasn’t first, he didn’t get rich, he didn’t get famous – so he quit.”

Die ganze Story erzählt Sinek in etwas über zwei Minuten nach: Eingängig, alles Wichtige auf den Punkt genau eingebracht und am Ende wieder mit direktem Bezug zum „Golden Circle“ auf dem Flipchart.

Schließlich die dritte Geschichte – und auch hier beschreibt Sinek die Situation in wenigen Worten: “In the summer of 1963 250 000 people showed up on the mall in Washington to hear Dr. King speak. They sent out no invitations, and there was no website to check the date – how do you do that?” Auch hier bezieht er sich auf den „Golden Circle”, dann endet er mit einer überraschenden Einlage, die das Publikum zum Lachen bringt: “And by the way: He gave the “I have a dream” speech, not the “I have a plan” speech.”

 

Rhetorik mit Stil

Was in allen Geschichten auffällt: Sinek nutzt das rhetorische Stilmittel der Anapher, also der Wiederholung gleicher oder ähnlicher Worte. Damit verstärkt er die Wirkung seiner Aussagen. Drei Beispiele:

“Year after year after year after year… (Apple)”,

“I believe…I believe…I believe” (Martin Luther King) und

“He wasn’t first, he didn’t get rich, he didn’t get famous – so he quit.” (Samuel Pierpont Langley).

Was können wir daraus lernen? Zum einen hat Simon Sinek mit dem Thema „Leadership“ offensichtlich den Zeitgeist getroffen, das Thema war gerade en vogue. Zum anderen kommen hier mehrere rhetorische Stärken zusammen: Er bringt drei Geschichten bekannter Persönlichkeiten und Unternehmen ein, die dem eigentlichen Thema „Start with Why“ einen klaren Rahmen geben. Die Geschichten erzählt Sinek bildhaft, ihr Sinn leuchtet sofort ein, und er bezieht sie immer wieder auf den „Golden Circle“ auf dem Flipchart. Nicht zuletzt setzt er immer wieder Verstärker ein, so dass er seinen Aussagen mehr Gewicht verleiht.

So gelingt es Sinek letztlich, eine zunächst mal theoretische Abhandlung auf reale Situationen anzuwenden und somit interessant zu erzählen. Er beschließt seinen Vortrag mit einer starken Aussage, die zum weiteren Nachdenken bis hin zum konkreten Handeln anregt.

Hier zeigt sich, dass ein gut vorbereiteter Vortrag die Expertise des Redners unterstreichen und ihn so von durchschnittlich guten Vorträgen abheben kann. Kein Vortrag ist perfekt, aber etwaige Schwächen fallen bei richtig guten Vorträgen nicht besonders ins Gewicht.

So bist du bestens für deinen Vortrag präpariert

Ausgerechnet jetzt, wo du mitten in der Präsentation stehst, geht der Beamer kaputt! Wie kannst du deinen Vortrag retten, so dass du bei deinem Publikum in guter Erinnerung bleibst? Dazu komme ich gleich.

Bist du mit deinem Equipment vertraut? Hast du alle Eventualitäten bedacht? Bist du bestens für deinen Vortrag präpariert und ausgestattet? Dann kannst du souveräner mit Situationen wie einem kaputten Beamer, Stromausfall oder anderen unerwarteten Störungen umgehen. Einen Großteil davon kannst du bereits durch gezielte Vorbereitung umgehen.

Du kennst dein Equipment

Falls du nicht frei, sondern mit Unterstützung durch Videos, PowerPoint oder Prezi präsentierst, brauchst du natürlich das entsprechende Equipment. Bringst du deinen eigenen Laptop mit, oder überspielst du deine Präsentation auf ein Gerät des Veranstalters via USB-Stick oder Smartphone? Wenn du deine Daten auf ein anderes Gerät überspielst, dann solltest du die dort verfügbare Office-Version kennen. Bei Tagungen findest du die entsprechenden Hinweise meist auf der entsprechenden Website, ansonsten hilft nur gezieltes Nachfragen.

Unterscheiden sich die beiden Office-Versionen, dann könnten deine Folien nicht erkannt bzw. verzerrt wiedergegeben werden. So etwa, wenn du mit Breitbild (16:9) arbeitest, der andere Laptop aber nur auf die Standard-Version (4:3) angepasst ist. In dem Fall werden die Ränder der Folien links und rechts außen abgeschnitten. Die für dich passende Version kannst du im Menü „Entwurf – Foliengröße“ anpassen. Weitere detaillierte Hinweise zur passenden Foliengröße findest du im Blog von Peter Claus Lamprecht.

Fügst du Notizen im Feld unterhalb der Folie ein? Ich sehe viele, die hier ganze Absätze von Text einfügen und diese zu Beginn oder am Ende ihrer Präsentation zeigen. Was für die Vorbereitung deiner Präsentation sicher optimal ist, möchte ich als Zuhörer aber nicht sehen – da ist das gesprochene Wort viel wertvoller. Deshalb mein Tipp: Verdecke das Kommentarfeld in der letzten abgespeicherten Version, indem du die Folie in ihrer maximalen Größe darstellst.

Bleiben wir noch einen Moment beim technischen Equipment: Brauchst du Strom, ein Verlängerungskabel und eine Verbindung zwischen Laptop und Beamer? Welche Ausstattung wird dir vor Ort zur Verfügung gestellt? Falls du mit eigenem Laptop präsentierst, bringe deinen HDMI-Stecker mit, der den Laptop an der Schnittstelle zum Beamer verbindet.

In der Systemsteuerung kannst du den Laptop so einstellen, dass er nicht schon nach wenigen Minuten in den Ruhemodus wechselt. Das kannst du über die Funktionen „Systemsteuerung – Hardware und Sound – Energieoptionen – Energiesparplaneinstellungen bearbeiten“ anpassen. Gerade wenn du kein Technikfreak bist, kommst du am besten mehr als rechtzeitig zur Veranstaltung. So bleibt dir genug Zeit, alle technischen Details zu überprüfen und so einzustellen, dass es im Vortrag möglichst keine unnötigen Unterbrechungen gibt.

Dein Plan B

Der Strom fällt aus, das Lämpchen im Projektor platzt oder der Beamer geht kaputt: Alles schon dagewesen. Meisterst du auch diese Situation souverän?

Idealerweise ist der Akku deines Laptops aufgeladen, so dass du die Folien sehen kannst und ansonsten frei präsentierst. Vor kleinen Gruppen kannst du manche Abbildungen und Grafiken zeigen, wenn du deinen Laptop vor dir hältst – natürlich nur an ausgewählten Stellen, da sonst deine Bewegungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt wären. Nutzt du den Laptop des Veranstalters (der jetzt nicht mehr funktioniert), dann hast du deinen eigenen als Backup dabei. Besser noch: du hast die Folien ausgedruckt vor dir liegen und kannst jetzt darauf zurückgreifen. Am besten bereitest du dich immer so vor, dass du bei Bedarf auch ganz ohne Hilfsmittel vortragen kannst.

Kennst du den Raum, in dem du präsentierst?

Ganz gleich ob Tagung, Vorlesung oder Seminar: Sehe dir den Raum, in dem du präsentierst, möglichst schon im Voraus an, um dir ein Bild zu machen, wo und wie du optimal präsentierst. Mit wie vielen Menschen kannst du in der Veranstaltung rechnen? Wie ist die Anordnung der Sitzplätze: Hörsaal, Tische in U-Form oder Stuhlkreis? Wie ist die optimale Beleuchtung? Wo sind Beamer und Projektionsfläche für deine Präsentation platziert – und in welchem Bereich kannst du dich am besten bewegen?

Überlege dir auch, wie viel Nähe du zwischen dir und deinem Publikum zulässt: In klassischen Hörsälen wird der Abstand durch große Tische, das Pult, den (mobilen) Beamer oder sogar noch ein Overhead-Projektor unnötig vergrößert. Bedenke, dass du viel direkter und persönlicher mit deinem Publikum kommunizierst, je näher du ihm auch physisch bist. Als Vortragender hast du nichts zu verstecken und kannst außerdem zusätzliches Vertrauen schaffen. Sorge dafür, dass du so viel Nähe wie möglich schaffst.

In großen Räumen mit entsprechendem Publikum ist der Einsatz von Headsets und Mikrofonen üblich. Mit einem Akustiktest im Vorfeld – idealerweise abgestimmt mit dem Technikteam – kannst du dir folgende Fragen beantworten:

  • In welcher Position von Headset/Mikrofon ist die Resonanz im Raum optimal?
  • Sitzt das Headset optimal und stabil, ohne zu verrutschen?
  • Wo schalte ich Headset/Mikrofon an und aus?

          

Kommt das Headset zum Einsatz, ist die optimale Position etwas seitlich vom Mund, damit dein Gesicht nicht verdeckt wird. Es sollte noch so nah am Mund sein, dass deine Stimme deutlich verständlich ist, aber weit genug entfernt, dass nicht jedes Geräusch wie etwa Ein- und Ausatmen übermäßig betont wird. Wenn du lange Haare hast oder Schmuck wie etwa lange Ohrringe trägst, dann achte schon im Test darauf, dass es keine unnötigen Nebengeräusche gibt. Auch das Kabel sollte nicht unbequem ziehen.

Beim Mikrofon probierst du ebenfalls die optimale Position im Voraus aus. So vermeidest du den Fehler, der vielen Rednern ohne Vorbereitung passiert: Sie halten das Mikro zu weit vom Mund entfernt, so dass ihre Stimme kaum deutlicher ist als ohne Mikro, oder sie halten es so nah am Mund, dass es unbequem zischt. Ist deine nonverbale Kommunikation besonders ausgeprägt, dann achte umso mehr darauf, dass du das Mikro beim Sprechen möglichst zwischen Kinn und Mund hältst.

Je besser du vorbereitet bist, umso souveräner kannst du mit allen Eventualitäten umgehen, und umso besser wird auch deine Präsentation. Welche Erfahrungen hast du bereits gemacht? Das diskutiere ich gern mit dir in diesem Blog. Viel Erfolg mit deinen Präsentationen!

Wie du spontan präsentierst

Du sitzt im Seminar und wirst plötzlich direkt vom Referenten angesprochen: „Wie ist Ihre Meinung dazu?“ Dir bleibt keine Zeit, lange nachzudenken. Wie reagierst du jetzt? Hast du eine passende Antwort parat?

Zugegeben, diese Situation kommt im Vortrag selten vor, im Seminar ist eine solch direkte Frage auch nicht alltäglich. Schon häufiger kommst du im Smalltalk oder im Gespräch mit anderen Kollegen in diese Situation. Üblich ist es hingegen während oder nach einer Präsentation, in der du selbst vor Publikum sprichst. Wenn du doch jetzt nur spontan und schlagfertig antworten könntest! Was kannst du dafür tun?

Auf jede dieser Situationen kannst du dich individuell vorbereiten. Am einfachsten geht das auf Fragen zu deinem Thema, wenn du selbst vorträgst, oder wenn du etwas über dich selbst erzählen sollst. Weiterlesen

Wie deine Poster-Präsentation gelingt

Poster-Präsentationen sind seit den 1960er-Jahren fester Bestandteil von Wissenschafts-Tagungen (Rowe, 2017). Google spuckt 1,81 Millionen Tipps aus, wie du Poster visuell und inhaltlich gestalten kannst. Aber wie präsentierst du dich selbst während der Poster-Session? Womit findest du maximale Aufmerksamkeit? Wie positionierst du dich als Experte deines Fachs? Die Online-Tipps dazu sind bisher – nun ja, sehr bescheiden. Dieser Blogbeitrag soll das ändern. Weiterlesen

Stories machen Wissenschaft wieder spannend

Stell dir vor, es ist Wissenschaft und keiner geht hin. Das hab‘ ich während meiner Zeit als Student und Forscher immer wieder erlebt. Es gibt Tagungs-Sessions, in denen ganze drei Leute im Publikum sitzen, um einem höchstens mittelprächtigen Vortrag zu lauschen. Nur drei, weil das Thema extrem speziell ist und weil in vielen Vorträgen ganz brav viele Zahlen, Daten und Fakten herunter gebetet werden.

Als Studenten lernen wir viel zweifellos interessanten Stoff – sonst hätten wir uns nicht für ein bestimmtes Fach entschieden. Die meisten Professoren machen sich zu wenig Gedanken darüber, wie sie uns diesen Stoff vermitteln. Kein Wunder beim alltäglichen Arbeitsdruck mit Publikationen, Projektanträgen und dem alltäglichen Verwaltungskram. Da ist die ungeliebte Lehre nur das fünfte Rad am Wagen. Wer aber nie gelernt hat, anständig zu präsentieren, bekommt es höchstens noch als Naturtalent hin, den Stoff spannend, lehrreich und gleichzeitig unterhaltsam zu vermitteln. Das kommt leider viel zu selten vor. Weiterlesen

Klimawandel verändert den Präsentations-Stil

Kulturelle Entwicklung beruht auf Faktoren wie Sprache, Klima und Umwelt. Wie wir kommunizieren, können wir etwa am Klima, in dem wir leben, erkennen. Ist es kalt, beschränken wir unsere Unterhaltung auf ein Minimum – diese ist eher kurz und zielgerichtet, und wir wirken mitunter zugeknöpft. Weiterlesen

Souveränes Ende mit anregender Diskussion

Simon bereitet den letzten Abschnitt seiner wissenschaftlichen Präsentation vor. Er möchte einen klaren Schlusspunkt setzen, indem er neue Erkenntnisse darstellt, ein klares Fazit zieht und angeregt mit seinem Publikum diskutiert. Er wird wie schon im Anfangs- und Mittelteil seiner Präsentation von seiner Mentorin Sarah begleitet, die aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpfen kann und Simon wertvolle Hinweise für seinen Vortrag gibt. Weiterlesen

Die Science Story: Glanzlichter mitten im Vortrag

Simon ist Doktorand und bereitet gerade seinen Tagungs-Vortrag vor. Den Einstieg hat er nach einem Treffen mit seiner Mentorin Sarah bereits verbessert. Jetzt fragt er sich: Wie kann ich die Ergebnisse meiner Studie prägnant darstellen? Welche Details interessiert mein Publikum, und welche neuen Erkenntnisse gewinnt es daraus? Wie gelingt die Überleitung zwischen den einzelnen Abschnitten? Weiterlesen