Die Aufforderung „Erzählen Sie etwas über sich“ gehört zu den klassischen Eröffnungen im Vorstellungsgespräch. Für dich geht es an dieser Stelle darum, ein paar Highlights aus deinem beruflichen Leben zu teilen. Hier erzählst du nicht irgendwelche beliebigen Erlebnisse, sondern genau die, welche deine beruflichen Erfolge zeigen und die einen direkten Bezug zu deinem künftigen Arbeitsplatz haben. Dazu ein, zwei Aspekte, die dich einzigartig machen und etwas über dich als Persönlichkeit erzählen.

 

Weniger ist hier mehr: Klasse zeigen statt Masse

Die einen stellen sich jetzt namentlich vor und sind schon nach ein, zwei Sätzen fertig: „Ich heiße Stephen Wagner, wiege 72 Kilogramm, habe Schuhgröße 43 und lebe mit meiner Familie in Bonn. Ich fahre gern Fahrrad und lese viele Bücher“. Manche lassen sich in epischer Breite über ihr Familienleben und ihre Freizeitgestaltung aus. Das ist alles nicht zielführend: Natürlich möchte der Arbeitgeber gern auch dich als Persönlichkeit kennenlernen. Aber erzähle darüber nicht an erster Stelle und auch keine Banalitäten. Wieder andere lassen sich dazu verleiten, ihren gesamten Lebenslauf nachzuerzählen: „Mein Abitur habe ich 1991 auf einem Wirtschaftsgymnasium in Gießen gemacht. Danach habe ich in Frankfurt eine Berufsausbildung zum EDV-Kaufmann abgeschlossen. Dann habe ich Geographie studiert. Danach war ich Doktorand…dann wissenschaftlicher Mitarbeiter…dann habe ich mich selbständig gemacht…und dann…und dann…und dann…“ Die wenigsten interessiert, was du vor 20 oder 30 Jahren gemacht hast.

Für deine Präsentation geht es darum, dass du die wichtigsten und interessantesten Fakten über dich prägnant zusammenfasst. Konkret bedeutet das, dass du deine passenden beruflichen Erfahrungen und die hierzu gehörenden Soft Skills anschaulich belegst. Du schneidest diese jeweils kurz an, ohne gleich alle Fakten auf den Tisch zu legen. Auf diese Weise weckst du viel eher das Interesse deines Gegenübers und regst zum Nachhaken an. Erst dann gehst du auf die interessantesten Details ein und belegst ganz konkret, dass du beruflich und persönlich zum künftigen Arbeitsplatz passt.

Auf diese Weise präsentierst du dich wesentlich zielführender als wenn du deinen Lebenslauf plump nachbetest. Deinen Lebenslauf haben die Personaler auf der anderen Seite ohnehin vor sich ausgebreitet. Beschränke dich also auf die am besten passenden Qualifikationen und Berufserfahrungen, die den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle entsprechen.

 

Was hinter der Aufforderung „Erzählen Sie etwas über sich“ steckt

Mit der Frage nach deiner Vorstellung will dein Gegenüber einerseits mehr über dich erfahren. Im Subtext schwingt andererseits immer auch die Frage mit, ob du in der Lage bist, dich kurz zu fassen. Im Coaching habe ich einen Bewerber erlebt, der seinen Lebenslauf mit vielfältigen, oft sehr anspruchsvollen Berufsstationen mitgebracht hat. War dieser alleine schon auf sieben Seiten ausgebreitet, so hat der Bewerber bei der Selbstvorstellung trotz knapper Zeitvorgabe auch nach zehn Minuten noch kein Ende gefunden. Keine Frage: Dieser mir extrem sympathische Mensch ist hochqualifiziert und kennt seine Berufsbranche in- und auswendig. Ihm ist es nicht leichtgefallen, seine Erfahrungen so herunter zu brechen, dass er sich auch in aller Kürze vorstellt. Aber nur so kann er zeigen, dass er weiß, worauf es ankommt. Deshalb empfehle ich allen Bewerbern, sich nochmal ausgiebig mit ihrem Wissensfundus zu beschäftigen und die Passgenauigkeit – das Matching – zum Arbeitsinhalt der künftigen Stelle sauber zu erarbeiten.

Denn hier beleuchtet der Arbeitgeber, ob du deine persönlichen Stärken kennst und ob du weißt, wie du diese optimal am künftigen Arbeitsplatz einsetzen kannst. Kurz: Bringst du Selbstvertrauen mit? Trittst du bescheiden auf oder übertreibst du gern? Ist dir bewusst, welchen Mehrwert du für deinen Arbeitgeber mitbringst? Oder bewirbst du dich einfach auf gut Glück und ohne feste Absicht? Das Vorstellungsgespräch ist ein erster Praxistest, ob du mit dem Unternehmen, bei dem du dich vorstellst, zusammenpasst. Hier charakterisierst du dich selbst und enthüllst zugleich deine Persönlichkeit.

 

Elevator Pitch im Vorstellungsgespräch

Wie fasst du dich also kurz? Am besten mit einem Elevator Pitch! Falls du noch nicht vom Elevator Pitch gehört hast: Das ist eine kurze und sehr prägnante Präsentation, mit der du je nach Situation in kürzester Zeit auf den Punkt kommst. Manche Elevator Pitches dauern nur wenige Sekunden, manche dauern durchaus auch mal fünf Minuten. Ziel des Elevator Pitch ist es, dass du das Interesse des Gesprächspartners für dein Thema weckst, so dass dieser mehr von dir hören will und deshalb konkret nachfragt. Auch im Vorstellungsgespräch wird dir je nach Situation und Setting ein begrenztes Zeitfenster gegeben, häufig sind es ein bis zwei Minuten.

Wenn du dich auf deinen Elevator Pitch vorbereitest, schaust du zunächst in die Stellenausschreibung. Hier stellt sich der Arbeitgeber kurz vor; er beschreibt die Aufgaben der entsprechenden Stelle, also sein „Problem“ oder Bedürfnis. Mit den aufgeführten Qualifikationen bzw. dem persönlichen Wunschprofil zeigt er zugleich die dazu passende Lösung auf. Offensichtlich kommen an dieser Stelle noch zahlreiche Bewerber in Frage. Jetzt liegt es an dir, nicht einfach deinen Lebenslauf herunterzubeten, sondern jene Facetten deiner Berufserfahrung und deiner Persönlichkeit so hervorzuheben, dass du möglichst viele Schnittstellen zwischen dir und dem Arbeitgeber schaffst. Ziel ist es also, ein möglichst gutes „Matching“ aufzuzeigen.

Ist die Lösung zum Problem des Arbeitgebers zunächst noch unabhängig von dir, so bringst du dich jetzt mit deinem persönlichen Angebot aktiv ein. Was du anbietest: Deine Expertise in Form all deiner beruflichen und Lebenserfahrungen und deiner fachlichen Qualifikation. Dazu kommen noch die in der Ausschreibung genannten und andere passende Soft Skills, die dich als Mensch auszeichnen. Auch hier geht es nicht darum, alle genannten Punkte zu belegen, sondern gezielt die wichtigsten und interessantesten Fähigkeiten zu belegen.

Mit all deiner Erfahrung gibst du dem Arbeitgeber einen Mehrwert mit, d.h. dieser hat einen bestimmten Vorteil, wenn er dich einstellt. Vielleicht unterstützt du damit ja die Vision bzw. das Warum der Firma, bei der du dich bewirbst? Dann kannst du auch diesen Part in deinem Elevator Pitch hervorheben.

Du kannst das Ganze noch eindrücklicher gestalten, wenn du auch dein Alleinstellungsmerkmal, deinen USP (Unique Selling Proposition) prägnant hervorhebst. Was macht dich als Mensch, als Persönlichkeit unverwechselbar und als Fachexperte einzigartig? Welche Eigenschaft hast nur du, oder du als einer von ganz wenigen? Das kann ein einzelner Aspekt sein oder eine Kombination aus zwei, drei Eigenschaften, die dich von allen anderen unterscheiden. Hier kannst du dein Alleinstellungsmerkmal direkt auf die praktische Arbeit beziehen und so wiederum deinen Nutzen für den Arbeitgeber betonen.

Der Elevator Pitch sollte immer auch eine Handlungsaufforderung, einen Appell beinhalten. Was möchtest du mit deiner Präsentation erreichen? Was soll nach deinem Elevator Pitch passieren? Denn spätestens jetzt geht dein Monolog wieder in einen Dialog über.

Zur Veranschaulichung gebe ich dir ein fiktives Beispiel: Angenommen, du bist zu einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Referentin für Umweltschutz eingeladen. Dein Elevator Pitch könnte etwa folgenden Text enthalten: „Sie suchen eine Referentin für Umwelt- und Naturschutz (Problem), die mit ihrem Studium der Landschaftsökologie auch Praxiserfahrung in Umweltverträglichkeitsstudien mitbringt (Lösung)? Für diese Stelle bringe ich neben meinem Master für Landschaftsökologie auch drei Jahre Projekterfahrung ein (Angebot). Ihnen kommt besonders zugute, dass ich in dieser Zeit schon drei Umweltverträglichkeitsstudien mit erarbeitet und koordiniert habe. Die Ergebnisse dazu habe ich jeweils kartiert und in Informationssysteme (GIS) übertragen. Genau diese nutzen Sie ja ebenfalls für Ihre Studien (Vorteile). Was mich auszeichnet, ist zum einen die unternehmerische Denke – ich habe schon im Planungsbüro meiner Eltern mitgearbeitet, da war kostenbewusstes Arbeiten ein ganz wichtiger Aspekt. Ich war immer schon gern vor anderen Menschen gestanden: Schon im Kindergarten hab‘ ich der ganzen Kindergruppe Geschichten erzählt. Als ich später in drei Umweltprojekten mitgearbeitet habe, war ich eine der Referentinnen, die die Ergebnisse unserer Studien präsentiert haben. Auf diese Weise konnte ich viele Menschen im Umfeld für unsere Projekte begeistern (Alleinstellungsmerkmal). Wenn es Sie interessiert, welches die größte Herausforderung war, die ich seinerzeit meistern musste, erzähle ich Ihnen gern gleich noch mehr dazu (Appell).“

Dieser Elevator Pitch dauert grob eine Minute und hat damit die ideale Länge. Er beinhaltet alles, was an dieser Stelle wichtig ist: Der Bezug der persönlichen und beruflichen Erfahrung auf die ausgeschriebene Stelle ist genauso erkennbar wie der daraus hervorgehende Nutzen für den Arbeitgeber. Außerdem bringt die Bewerberin hier eine persönliche Anekdote ein, die an dieser Stelle außergewöhnlich sein mag, aber genau passt. Hier steckt auch keine plumpe Aufzählung persönlicher Eigenschaften drin. Viel besser: die Bewerberin reißt die wichtigsten Punkte kurz an.

Außerdem gibt sie dem Arbeitgeber mehrere Anknüpfungspunkte, sie lädt praktisch zum Nachhaken ein: An welchen Studien hat die Bewerberin mitgewirkt? Was genau hat sie erarbeitet? Was genau hat sie koordiniert? Hat sie im Planungsbüro ihrer Eltern mitgearbeitet, und falls ja, wie hat diese Arbeit ausgesehen? Vor welchem Publikum hat sie präsentiert? Welche Herausforderungen musste sie meistern? Mit dieser Vorstellung lädt die Bewerberin direkt zur weiteren Diskussion ein.

Wenn du dich auf deine Präsentation vorbereitest, geht es also nicht darum, dass du alles auswendig aufsagen kannst. Das Gespräch lebt auch von der Spontaneität des Augenblicks. Du solltest natürlich schon wissen, was du einbringst und deinen Elevator Pitch – und im Übrigen alle Fragen, die aufkommen könnten – vorab für dich geübt haben. Umso besser bist du vorbereitet, und umso souveräner kannst du auch das Gespräch führen.

 

„Beschreiben Sie sich bitte in einem Satz!“

Hast du in der Selbstvorstellung meist ein oder auch mal fünf Minuten Zeit, so kann am anderen Ende der Skala die Aufforderung kommen, dich in nur einem Satz zu beschreiben. Wie beim Elevator Pitch kannst du dich auch hierauf gezielt vorbereiten. Ein Blick in die Werbebranche ist an dieser Stelle hilfreich.

So kennst du sicher die meisten der folgenden Slogans:

  • Nichts ist unmöglich (Toyota)
  • Brille: Fielmann (Fielmann)
  • Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso (Haribo)
  • Praktisch. Gut. (Ritter Sport)
  • Wohnst du noch oder lebst du schon? (IKEA)
  • Wir machen den Weg frei (Volks- und Raiffeisenbanken)
  • Just do it! (Nike)
  • Yes we can (Barack Obama)

Die Slogans leben von ihrer bewussten Verkürzung. Manche regen zum Nachdenken an, andere motivieren zur Aktion, und alle enthalten eine positive Botschaft an den Adressaten. Du siehst auch, dass in solchen Slogans nur sehr wenig inhaltliche Informationen gegeben werden. Aber darum geht es an dieser Stelle auch nicht. Wenn du deinen Lebenslauf und dich als Charakterkopf beschreibst, sollte es etwas einprägsames, bildhaftes sein, was dein Gegenüber inspiriert oder zum Nachdenken anregt. Ich selbst habe während der fünf Jahre meiner Selbständigkeit folgende Slogans entwickelt, und wende sie teils noch heute an:

  • Feedback für Ihre Präsentation
  • Mit Reden Wissen schaffen
  • Reden in der Landschaft
  • Color your Speech
  • Speak to global-minded People

Für Bewerbungen und Interviews kannst du dir mit einem Brainstorming ebenfalls mehrere Möglichkeiten überlegen. Wenn du zehn oder zwanzig Varianten entwickelt hast, wählst du zwischen den besten aus. Du kannst diese auch zu einem neuen Slogan zusammensetzen. Kommt dann später im Bewerbungsgespräch die Aufforderung „Beschreiben Sie sich bitte in einem Satz!“, bist du bestens vorbereitet. Die oben dargestellte Bewerberin könnte etwa folgende Formulierungen wählen:

  • „Was die Umwelt verträgt – das finde ich für Sie heraus!“
  • „Ihr Unternehmer für unsere Umwelt“
  • „Unsere Umwelt ist mein Projekt“

Im Interview wirst du sicher auch nochmal auf deinen Slogan eingehen müssen. Auch dafür bist du im besten Fall vorbereitet. Natürlich kannst du dir auch spontan aus der Situation heraus überlegen, was dein Slogan wäre und was dieser über dich als Person aussagt. Bedenke auch: Mit deiner Antwort auf die Bitte, dich kurz vorzustellen, kannst du dich dem Arbeitgeber gegenüber schon sehr klar positionieren. Damit schaffst du bei guter Vorbereitung einen sehr guten Einstieg, der dir für das weitere Gespräch hilft.

Im letzten Blog haben wir herausgearbeitet, warum heute anders präsentiert wird als früher: Vorträge werden gerade mit Anekdoten und Geschichten noch anschaulicher (Stichwort „Storytelling“); außerdem gewinnt die Interaktion bzw. der Dialog des Redners mit dem Publikum an Gewicht. Im diesem Blog hebe ich hervor, warum wir nicht jeden der gängigen Hinweise von Rhetorik-Trainern für bare Münze nehmen müssen. Weiterhin vertiefe ich das Thema „Storytelling“.

 

Gute Inhalte sind die Basis für gute Vorträge

Die Mehrzahl der Rhetorik-Trainer – selbst jener mit langjähriger Berufserfahrung – legt einen der bekanntesten Zahlen zur Wirkung von Vorträgen falsch aus. Der seit 1971 weit verbreitete Mythos ist die falsch verbreitete Formel: 7 % Inhalt – 38 % verbale Signale – 55 % Körpersprache.

Für eine gelungene Präsentation wären gute Inhalte demnach vernachlässigbar. Der Autor dieser Studie, Dr. Albert Mehrabian, wird nicht müde, diese Zahlen in den richtigen Kontext zu setzen: Sie besagen in Wirklichkeit, dass wir uns in „inkongruenten“ Situationen eher auf stimmliche und körpersprachliche Signale verlassen, als auf den Inhalt des gesprochenen Wortes. Wir merken instinktiv, wenn jemand seine Meinung nicht ehrlich äußert. Was bedeutet das nun für unsere Präsentation? Solange wir nicht über Gefühle oder Meinungen zu einem Thema sprechen, gilt die 7-38-55-Regel nicht: Sie bezieht sich nur auf Gefühls- und Meinungsäußerungen! Erst wenn wir im Vortrag etwa über Selbstbewusstsein sprechen, uns aber unsicher verhalten – was etwa durch Körpersprache sichtbar wird – glauben wir weniger dem Inhalt als den nonverbalen Signalen des Redners.

Untermauern können wir dies mit einem kleinen Gedankenspiel: Stell‘ dir vor, jemand erzählt dir den größten Mist. Einzig seine Körpersprache und Stimme begeistern dich. Gerade wo Zahlen, Daten und Fakten eine besonders wichtige Rolle spielen, würdest du dich mit schlecht aufbereiteten Inhalten schnell unglaubwürdig machen. Denn saubere Daten bilden eine solide Basis solcher Vorträge, so etwa in der Wissenschaft oder im Business. Wenn du gut vorbereitet und mit deiner Persönlichkeit präsent bist, wenn du außerdem im Vortrag ganz bei dir selbst bist, folgen Körper und Stimme fast automatisch.

 

Vorsicht vor einschlägigen Rhetorik-Hinweisen

Vorsicht auch vor so manchen anderen Rhetorik-Tipps! Viele der einschlägigen Ratgeber warnen davor, dass wir die Arme nicht verschränken oder unsere Hände nicht auch mal in die Hosentaschen stecken dürfen. Als Trainer und Präsentations-Coach sehe ich immer wieder Redner, die aber genau das tun – und es wirkt auf mich in den allermeisten Fällen nicht nachteilig. Die Redner strahlen im Gegenteil sogar eine gewisse Lockerheit und Unverkrampftheit aus. Solange daraus keine Dauerhaltung wird, ist nichts dagegen einzuwenden. Erst die Kombination aus verschränkten Armen mit anderen Merkmalen wie etwa unsicherer oder brüchiger Stimme oder vorheriger Einschüchterung des Redners etwa durch aggressive Zuschauer sind sich verdichtende Anzeichen von Unsicherheit. Ein dynamischer Redner zeigt eine aktive Mimik und Gestik, hat vielleicht auch mal eine Hand in der Hosentasche, spielt aber nicht in dieser herum und holt sie nach kurzer Zeit auch wieder aus der Hosentasche heraus.

Warum verschränken Menschen nun ihre Arme? Die gängigen Interpretationen sind: sie wollen sich abgrenzen, suchen persönlichen Schutz, sind desinteressier oder agieren nur widerwillig, wenn sie vor Publikum stehen. Darüber hinaus können verschränkte Arme oder Hände in Hosentaschen aber auch ganz einfach eine entspannte Körperhaltung wiedergeben. Im Dialog kommt noch hinzu, dass ich meinem Gesprächspartner gern und aufmerksam zuhöre. Kurz gefasst: Wir sollten körpersprachliche Signale nicht vorschnell interpretieren, sondern außerdem in den aktuellen Kontext setzen: Nicht jeder, der seine Arme verschränkt, ist unsicher oder seinem Publikum abgeneigt. Kommunikation und Körpersprache sind sehr individuell.

 

„Merk-würdig“ und publikumswirksam inszenieren

Als ich im Jahr 2008 als Dozent mit Vorlesungen und Seminaren an der Universität angefangen habe, war ich inhaltlich noch nicht gefestigt in dem, was ich den Studenten weitergegeben habe. Damals fühlte ich mich erleichtert, dass ich einen ziemlichen Sicherheitsabstand zu den Studenten hatte: zwischen uns befanden sich große Tische, ein Rednerpult oder der unvermeidliche Videoprojektor bzw. „Beamer“. Dank des klaren Feedbacks habe ich aber schnell gelernt, auch mit Nähe umzugehen und eine viel persönlichere Verbindung zu den Studenten aufzubauen. Indem ich diese Barrieren zwischen uns abgebaut oder umgangen habe, konnten wir schon bald anstelle recht distanzierter Frontalvorträge viel häufiger spannende Diskussionen führen. Das hat beide Seiten angeregt und uns gemeinsam auch viel schneller nach vorn gebracht hat. Wir können festhalten: unsere Vorträge wirken meist umso stärker, je näher wir am Publikum sind.

Wie kannst du deinen Auftritt nun inszenieren, wenn du selbst als Redner angekündigt wirst? Frank Asmus, Regisseur und Coach für exzellente Präsentationen, empfiehlt, dass du am besten von der linken Seite auf die Bühne kommst – und zwar aus strategischen Gründen, weil wir Menschen von links nach rechts denken, zumindest in der westlichen Hemisphäre. Während des Vortrags stehst du am vorderen Teil der Bühne, wenn du etwas Persönliches mitteilst, während der hintere Teil gut für die Beweisführung passt, so Asmus.

Oft können wir Redner beobachten, die scheinbar ziellos auf der Bühne herumtigern. Ich habe mit einigen Rednern gesprochen, warum sie dies tun und finde als häufigste Gründe die folgenden: sie leiten so ihr Lampenfieber ab und möchten Souveränität im Vortrag zeigen; sie wollen körperlich präsent sein und eine gewisse Dynamik ausstrahlen; sie sorgen für eine hohe Aufmerksamkeit des Publikums. Die Meinung des Publikums mag damit nur bedingt übereinstimmen. Asmus empfiehlt, dass wir als Redner unsere Vorträge noch viel gezielter inszenieren: du startest deinen Vortrag idealerweise von der Mitte der Bühne aus. Professionelle Redner beachten hier den Dreiklang Ihres Auftritts: der Hauptteil einer Rede besteht aus drei Abschnitten: Du stehst auf der linken Seite der Bühne, wenn du den ersten Abschnitt erzählst, in der Mitte beim zweiten und auf der rechten Seite beim dritten Abschnitt deines Vortrags. Das Fazit bzw. die Zusammenfassung folgen wieder von der Mitte der Bühne aus. Schließt sich hier noch eine Diskussion an, nimmst du die entsprechenden Positionen wieder ein – je nachdem, über welchen Abschnitt der Präsentation du gerade diskutierst. Frank Asmus weist auch darauf hin, dass gerade ein solcher Aufbau eine sehr gezielte Vorbereitung benötigt. Ich habe selbst sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

 

Zahlen, Daten und Fakten unterhaltsam vortragen

Professionelle Redner bereiten sich sehr gewissenhaft und detailliert auf ihre Auftritte vor. Jenseits von Inhalten punkten sie bei ihrem Publikum vor allem mit Persönlichkeit und ihrem ganz individuellen Stil. Einige der besten Reden analysiere ich nachfolgend.

Kann man trockene Zahlen, Daten und Fakten (ZDF) unterhaltsam vortragen? In seinem TED Talk „The best stats you’ve ever seen” von 2006 zeigt Hans Rosling anschaulich, wie sich Geburtenraten und Lebenserwartung weltweit entwickeln. Seine enthusiastisch-lebendige Art in Kombination mit der hier animierten Grafik macht diesen Vortrag nicht nur einzigartig, sondern auch einprägsam: Rosling nimmt sich genug Zeit, die Grafik seinem Publikum zu erklären – mit allen wichtigen Informationen, dabei einfach und auf den Punkt. So kann sein Publikum auch inhaltlich schnell folgen. Rosling‘s Enthusiasmus ist ansteckend, und so gewinnt er sein Publikum spätestens, als er sich mit der Stimme fast überschlägt. Gleichwohl ist dieser Abschnitt seines Vortrags bestens einstudiert, was sich etwa am Tempo der Jahreswechsel in der Animation ablesen lässt. Fast beiläufig entlarvt Rosling außerdem falsche Mythen über „Entwicklungsländer“.

Die Daten, die Rosling präsentiert, erzählen eine ganz eigene Geschichte. Er betet seine Daten nicht trocken in einer Zahlenkolonne herunter, sondern setzt sie in einen klaren Entwicklungskontext: Welchen Ausgangspunkt sehen wir 1962? Wo stehen wir im Verhältnis dazu im Jahr 2003? Was passiert in der Zwischenzeit? Rosling hebt einzelne Daten bzw. Länder hervor und gibt dazu einzelne Detailinformationen. In Kombination erzählt er kurze und im weiteren Verlauf des Vortrags auch manche persönlichen Anekdoten, wodurch die Inhalte viel eingängiger und leichter verständlich sind.

Ich kann jedem, der Statistiken und Entwicklungen unterhaltsam vorstellen möchte nur nahelegen, sich dieses Video anzuschauen, besonders den hier diskutierten Abschnitt zwischen 3.18 und 4.55 Minuten.

 

Storytelling und Dramaturgie

Ein anderer Meister des Storytellings war unzweifelhaft Steve Jobs. Jobs hat es geschafft, die Apple-Produkte durch packend erzählte Geschichten zu vermarkten – und hat mit einer ganz anderen Rede, der Stanford Commencement Address von 2005 seine ganz persönliche Geschichte auf einzigartige Weise zusammengefasst.

In dieser Rede schafft Jobs zunächst eine persönliche Verbindung zum Publikum, als er es komplimentiert und seinen fehlenden Uniabschluss thematisiert: „Ihr habt das College bestanden. Ich selbst habe keinen College-Abschluss…so nah wie heute war ich noch nie an einer Abschlussfeier dran.“ Das Publikum johlt bereits jetzt.

Es folgt der oben beschriebene, auch von Frank Asmus hervorgehobene Dreiklang: „Heute werde ich drei Geschichten aus meinem Leben teilen. Das ist alles. Keine große Sache, nur drei Geschichten. Nur drei Geschichten.“ In der ersten Geschichte setzt Jobs seine Biographie in Kontext („Connecting the Dots“): Er sieht keinen Sinn in seinem Studium, bricht es daraufhin ab und kommt so zu seinem Kalligraphie-Kurs. Jobs deutet diesen Kurs im Nachhinein als exzellente Weiterbildung um, weil erst dadurch die Schrifttypen beim Mac entstehen konnten. Er schließt mit dem Statement „Man muss an etwas glauben. Diese Haltung…macht den ganzen Unterschied aus.“

Die zweite Geschichte handelt von Liebe und Verlust („Love and Loss“). Hier gleicht die Dramaturgie einer aufregenden Achterbahnfahrt: Vom typischen Garagen-Startup zum Zwei-Milliarden-Dollar-Unternehmen in zehn Jahren. „Und dann wurde ich gefeuert! Wie kann man aus seiner eigenen Firma gefeuert werden?“ und „…aber ich – ich hab‘ immer noch gebrannt. Und so habe ich mich entschlossen, neu anzufangen.“ Die Geschichte sorgt für mehrere überraschende und damit umso dramatischere Wendungen. Außerdem stellt Jobs hier die anfängliche „Last des Erfolgs gegen die Leichtigkeit des Anfängers“, ehe er zu Apple zurückkehrt: Die klassische Geschichte vom verlorenen Sohn, der wieder zu seiner Familie findet – auch wenn Jobs hier der Ausgestoßene selbst war. Die Rede enthält markige Worte, die er stets bildhaft erzählt: „…bittere Arznei, die der Patient gebraucht hat. Manchmal knallt einem das Leben etwas an den Kopf.“ Jobs beendet diesen Abschnitt, indem er Spaß, Leidenschaft und Herz betont und weitere kurze Appelle setzt: „Finden Sie heraus, wofür Ihr Herz schlägt.“, „Suchen Sie weiter, und geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden. Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden“ und „Es wird immer besser.“ Mit den Wiederholungen wirkt Jobs noch eindringlicher, ähnlich wie Martin Luther King mit seinem wiederholten Appell „I still have a dream…I still have a dream.”

Im dritten Abschnitt geht es um Leben und Tod: „Wenn man jeden Tag lebt, als wäre es der letzte, wird man irgendwann Recht haben.“ Wir sollten etwas ändern, wenn wir an zu vielen Tagen hintereinander Dinge tun, die wir nicht tun wollen. Jobs versteht es meisterhaft, sein Publikum aus gegebenem Anlass direkt zu adressieren, indem er seine persönlichen Erfahrungen teilt und damit sein Publikum zu neuen Denkweisen und Ansichten inspiriert. Es folgen die Krebs-Diagnose und die Erkenntnis, dass sein Krebs heilbar ist. „Tod ist die beste Erfindung des Lebens…“ und schaffe als Motor des Wandels auch Platz für Neues. Wir sollen unsere Zeit nicht vergeuden, unserer inneren Stimme und dem Herzen folgen, appelliert Jobs. Auch hier fallen wieder die zahlreichen Appelle auf. Folgerichtig beendet Jobs seine Rede mit einem dreifach ausgesprochenen Appell: „Bleibt hungrig. Bleibt verrückt.“ („Stay hungry. Stay foolish.“)

Bei aller Liebe offenbart Jobs in dieser Rede aber auch ungeahnte Schwächen, von denen ich dir für deine künftigen Vorträge abrate: Anstatt dich hinter einem Podest zu verstecken, schaffst du möglichst direkte Nähe zu deinem Publikum – so wie ich es eingangs anhand meines eigenen Beispiels dargestellt habe. Einen Großteil des Textes liest Jobs hier ab; ich empfehle, möglichst frei zu sprechen oder nur kleine Notizzettel zu nutzen. Da hier auch seine Mimik und Gestik sehr reduziert sind, transportiert Jobs nicht das sonst so präsente eigene Wow-Gefühl bei dieser Gelegenheit. Seine Emotionen sind trotz der vielen persönlichen Geschichten relativ überschaubar.

Was wir von Steve Jobs hingegen lernen können, ist das Erzählen ganz persönlicher Geschichten. Im Business-Kontext sollten diese natürlich inhaltlich als Anekdote oder als Parabel passen: Schließlich erzählen wir Geschichten nicht um der Geschichte willen, sondern stets passend zum Anlass. Was im Business immer geht: Dass wir unsere Erfahrungen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse abwägen können. Jobs nutzt eine einfach verständliche Sprache mit klaren Botschaften und kommt schnell auf den Punkt, ohne sich inhaltlich auf Nebengleisen zu verzetteln. Nicht umsonst ist Steve Jobs eine der entscheidenden Persönlichkeiten, die dem 21. Jahrhundert ihren Stempel durch hervorragende Reden aufgedrückt haben.

Wie drückst du deinem Publikum den Stempel auf? Was macht für dich ein hervorragender Vortrag aus? Und welche Vorbilder hast du, wenn du dich vor Publikum präsentierst?

Heute wird anders präsentiert als früher. Wer sein Publikum überzeugen und begeistern möchte, muss heute ganz andere Erwartungen erfüllen als noch vor 20 Jahren. Heute zählen mehr Persönlichkeit sowie die Verbindung von Zahlen, Daten und Fakten mit kurzen Geschichten und Anekdoten, welche dem Publikum einen neuen Kontext geben. Und überhaupt: Anstelle frontaler Vorträge, in denen wir unseren Zuhörern Wissen einhämmern, geht es heute um Infotainment, also die Mischung aus Information und Entertainment. Damit werden Präsentationen wesentlich wirkungsvoller. Hinzu kommt der Einsatz neuer Medien. Was wir niemals unterschätzen sollten: Die Persönlichkeit des Redners entscheidet mit, ob die Botschaft beim Publikum tatsächlich ankommt.

Vortrags-Aspekte Alt: 20. Jahrhundert Neu: 21. Jahrhundert
Vermittlung von Inhalten Reine Wissensvermittlung, technisch Wissen kombiniert mit Unterhaltung („Edutainment“), authentisch-persönlich
Vortragsstil Zahlen – Daten – Fakten Monologe Storytelling
Interaktion mit Publikum
Herangehensweise Das „Was“ ist wichtig:
Fakten stehen im Vordergrund
Das „Warum“ ist wichtig: Persönliche Motivation wird mit einbezogen
Hierarchie Von oben herab, autoritär Auf Augenhöhe, gleichberechtigt
Medien-Einsatz Overhead Projektor, Textlastige Folien mit Aufzählungen („Bullet Points“), z.B. in PowerPoint Medienvielfalt: Requisiten, Experimente, Publikums-Umfragen, Stimulation mehrerer Sinne. Fotos und Bilder, Töne. Einsatz kurzer Filmsequenzen

Vermittlung von Inhalten

Früher lag der Präsentations-Schwerpunkt in der Wissenschaft in der reinen Wissensvermittlung, im Business hingegen in der Wiedergabe technischer Fakten. Heute erwartet das Publikum nicht nur gute Informationen, sondern gleichzeitig auch ansprechende Unterhaltung. Das „Edutainment“, welches im Gabler-Wirtschaftslexikon als Kombination aus Education (Weiterbildung) und Entertainment (Unterhaltung) definiert wird, stellt die spielerische Wissensvermittlung in Bildung und Marketing in den Vordergrund. So wird Wissen scheinbar nebenbei weitergegeben werden. Wer Spaß am Lernen hat, prägt sich wichtige Inhalte schneller und nachhaltiger ein – so die neue Maxime.

So wird die Weitergabe von Wissen um den Faktor Persönlichkeit erweitert: Wer eigene Praxis-Erfahrungen in seinen Präsentation weitergibt, ist glaubwürdiger und erreicht sein Publikum viel schneller als jemand, der nur theoretisches angelerntes Textbuchwissen einbringt. Das Publikum hat heute höhere Ansprüche als noch im 20. Jahrhundert – und dem muss der Vortragende entgegenkommen, will dieser von seinen Zuhörern ernst genommen werden.

 

Vortragsstil

Gute Redner halten heute keine reinen Frontal-Monologe mehr. Sie interagieren mit ihrem Publikum. So schreibt die Spezialistin für Content Marketing Alexa Harrison im Blog der Kommunikations-Expertin und Bestseller-Autorin Nancy Duarte: Bei täglich 30 Millionen PowerPoint-Präsentationen sagen 80 % der Fachleute, dass ihr Publikum durch interaktive Elemente deutlich aufmerksamer sei als bei reinen Monologen 70 % der Marketingspezialisten sehen dies als Schlüssel zur Bindung der Zielgruppe. Flexible, interaktive Präsentationen wirken überzeugender als Frontalvorträge und prägen sich besser ein, so Harrison.

Ein weiteres Standbein sind gute Geschichten: 90 % der Menschen glauben, dass eine starke Erzählung in einer Präsentation entscheidend für das Engagement des Publikums ist. 35 % der Millennials (Generation Y) sagen, dass sie sich nur mit Inhalten beschäftigen, von denen sie glauben, dass sie eine großartige Geschichte oder ein tolles Thema haben. Sie stellen Gegenwart und Zukunft gegenüber: „Was ist?“ und „Was könnte sein?“

 

Herangehensweise

Geschichten wirken umso stärker, je persönlicher sich der Redner präsentiert. Heute sind die persönliche Motivation, die Identifikation mit Inhalten und die Frage nach dem „Warum“ wichtig. Das stellt exemplarisch Simon Sinek 2009 in seinem TEDx-Vortrag „How great leaders inspire action“ heraus: Unternehmen wie Apple, Visionäre wie Martin Luther King Jr. und Pioniere wie die Gebrüder Wright sind Vorbilder, an denen wir uns orientieren können, wenn wir langfristig erfolgreich sein möchten – so Sinek. Hierfür sei stets die persönliche Motivation grundlegend. Diesen TEDx-Vortrag habe ich ausführlich analysiert.

 

Hierarchie

Ich denke gerne an meine Zeit als Dozent an der Universität Bonn zurück: Während der Lehrveranstaltungen mit Studenten so unterschiedlicher Fächer wie Geographie, Geologie, Biologie und aus den Agrarwissenschaften habe ich mich in meine eigene Zeit als Student zurückversetzt gefühlt – mit dem feinen Unterschied, dass ich nun auf der anderen Seite stand, um Wissen zu vermitteln. Meine Mission war damals, die Methode der frontalen Wissensvermittlung aus früheren Zeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Anstelle der im 20. Jahrhundert oft noch üblichen Frontalvorträge konnte ich Vorlesungen interaktiver gestalten, so dass sich kurzweilige und abwechslungsreiche Diskussionen entwickeln konnten. Interaktiver bedeutet hier: Es gab Raum für kontroverse Diskussionen. Die Studenten haben sich mit Requisiten (bzw. Props) selbst eingebracht, anstatt nur zuzuhören.

 

Medien-Einsatz

Nur zu gerne möchte ich glauben, dass Professoren und Forscher ihr Wissen heute durch kurzweilige, abwechslungsreiche und spannende Vorlesungen und Seminare weitergeben. Es gibt heute viele gute Ansätze und Lichtblicke. Und doch ist der Weg zu inspirierenden Vorträgen noch weit, wie ich es immer wieder bei offenen Veranstaltungen wie dem „Dies Academicus“ feststelle: Vielfach mit Text überladene PowerPoint-Folien, komplizierte Grafiken, die kaum auch nur im Ansatz erläutert werden, manche kleine bis undeutliche Fotos und Dozenten, die teilweise ohne Punkt und Komma sich um Kopf und Kragen reden. Es ist Teil meiner Mission als Trainer und Präsentations-Coach, Menschen zu hochklassigen Vorträgen zu verhelfen.

Wenn schon PowerPoint, dann doch bitte so, dass unser Publikum die Folien und deren Bedeutung schnell erfassen und auch verstehen kann. Als Redner kannst du das befördern, indem du nur eine Idee, nur eine Statistik pro Folie darstellst! Folien mit klaren Botschaften überzeugen das Publikum viel schneller und nachhaltiger als komplexe Darstellungen.

Neben der Präsentations-Software kannst du vielfältig-verschiedene Medien einsetzen: Requisiten oder Live-Experimente können deinem Publikum einen Mehrwert und Erkenntnis-Gewinn mitgeben. Im besten Fall sprechen wir alle fünf Sinne an, z.B. mit dem Einsatz kurzer Filmsequenzen. Oder wir beziehen unser Publikum aktiv mit ein, wenn wir Umfragen in unsere Präsentation einbauen: Das kann die klassische Frage „Wer von Ihnen…?“ mit anschließender Handmeldung oder die Nutzung von Online-Medien mit entsprechenden Online-Umfragen sein. So bilden wir gleich noch ein entsprechendes Meinungsbild des Publikums ab. Programme und Apps wie Slido, Poll Everywhere, Polly.now und Mentimeter stehen stellvertretend für die Ausbreitung von Abstimmungstools, die Umfrageergebnisse in Echtzeit wiedergeben können. So rechnet Alexa Harrison für 2020, dass in 2 Millionen Veranstaltungen und Meetings Live-Umfragen und Umfrage-Apps durchgeführt werden.

Was gehört nach deiner Meinung dazu, exzellent präsentieren zu können? Teile deine Ideen und Erfahrungen in den Kommentaren.

Mit einer einzigen Rede kann ich heute Millionen Menschen erreichen. Ein enormes Potenzial für jene, die etwas zu sagen haben, die authentisch und mit einer gewissen Kompetenz präsentieren können.

Der Kurator der TED Talks Chris Anderson nennt die Zahl von über 1 000 Rednern, denen das bis 2016 bereits gelungen ist. Allein die 25 populärsten TED Talks erzielen eine Reichweite von jeweils 16 bis 56 Millionen Klicks. Auf YouTube erreichen die TED und TEDx Talks mittlerweile 30 Millionen Abonnenten mit 4,4 Milliarden Klicks.

 

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Hast du den Eindruck, dass dein Publikum deiner Moderation folgt? Kannst du mit kurzen Geschichten und Anekdoten Spannung aufbauen, damit dir die Gruppe begeistert zuhört? Wie gelingt es dir als Moderator, besonderen Mehrwert mitzugeben? Und was kannst du tun, wenn du Workshops oder Debatten moderierst, eine Projektgruppensitzung oder eine Podiumsdiskussion steuerst? Wenn du Veranstaltungen im […]

Was brauchen Redner für einen hochklassigen Vortrag? Der „Presentation Rocket Day“ verspricht einige wertvolle Antworten – und liefert!

Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, die wirkungsvoller präsentieren wollen. Neben den klassischen rhetorischen Fähigkeiten und der souveränen, überzeugenden Bühnenwirkung geht es darum, Infos interessant zu vermitteln und Medien optimal einzusetzen.

 

Inszenierung und Fokus zünden im Publikum

Natürlich bieten erfolgreiche Präsentationen viel mehr als nur die erwähnten Aspekte. Hermann Scherer spricht im ersten Vortrag Klartext: Weiterlesen

Hältst du englischsprachige Vorträge auf internationaler Ebene? Schneidest du deine Präsentation auf ein interkulturell geprägtes Publikum zu? Bist du bereit, den nächsten Schritt für noch professionellere Vorträge zu gehen?

 

Verbinde dich mit deinem Publikum

Die Denkweise der Deutschen ist traditionell sehr präzise, und das drückt sich in einem geschliffenen Sprachstil aus. Die stark funktionale Sprache ist den zahlreichen Kriegen und den darauf folgenden Wiederaufbauleistungen geschuldet. Die UN-Dolmetscherin und Autorin Susanne Kilian führt dies auf die zentrale geografische Lage Deutschlands in Europa zurück. So beinhalten die meisten Vorträge bis heute zahlreiche Fachbegriffe, mit denen technische Konzepte vorgestellt und bis in kleinste Details hinein dargestellt werden.

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Was machen 18 Studenten, drei Betreuer und zwei Organisatoren aus elf Ländern und vier Kontinenten, wenn sie innerhalb von neun Tagen die Wassernutzung im Iran vor Ort kennenlernen? Klare Antwort: Sie präsentieren ihr selbst erarbeitetes Wissen untereinander und holen sich die Praxiserfahrung einheimischer Experten hinzu. Mit ihnen diskutieren sie wissenschaftliche Fakten und die Umsetzung in der Praxis und tauschen offene Fragen zu historischer und aktueller Wasserwirtschaft, Wüstenbildung und Energienutzung im Iran aus. Für die praktische Anschauung vor Ort chartern sie einen sympathischen einheimischen Busfahrer, der sie zuverlässig 1 200 Kilometer durch Dörfer und Metropolen, die trockene Steppe und zu Salzseen lenkt. Eine Herausforderung, die alle gern annehmen.

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Eine Quelle guter und häufig auch inspirierender Vorträge sind sicher die TED Talks und deren Ableger, die weltweit stattfindenden TEDx Talks. Eine der Reden, die mich in den letzten Jahren begeistert hat, ist der Vortrag „How great leaders inspire action“ von Simon Sinek. Wir können gern diskutieren, ob ein solch technisch orientierter Vortrag, der auch einige offensichtliche Schwächen zeigt, nicht noch besser gehalten werden kann. So gibt es nur wenige Lacher im Publikum, der Augenkontakt zwischen Redner und Publikum ist nicht optimal und der Redner fasst sich häufig an die Brille (genau 22-mal) – um nur drei Beispiele zu nennen.

Dennoch: Warum ist sein TEDx-Talk von 2009 der am dritthäufigsten gesehene von mehr als 2 600 TED Talks weltweit? Warum wurde sein Vortrag, den er live vor gerade einmal 50 Zuhörern gehalten hat, bis heute mehr als 37 Millionen Mal auf ted.com und gut 12 Millionen Mal auf YouTube angeklickt? Was hat Simon Sinek also richtig gemacht?

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Ausgerechnet jetzt, wo du mitten in der Präsentation stehst, geht der Beamer kaputt! Wie kannst du deinen Vortrag retten, so dass du bei deinem Publikum in guter Erinnerung bleibst? Dazu komme ich gleich.

Bist du mit deinem Equipment vertraut? Hast du alle Eventualitäten bedacht? Bist du bestens für deinen Vortrag präpariert und ausgestattet? Dann kannst du souveräner mit Situationen wie einem kaputten Beamer, Stromausfall oder anderen unerwarteten Störungen umgehen. Einen Großteil davon kannst du bereits durch gezielte Vorbereitung umgehen.

 

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